Motivation

Jahrzehntelange Verbreitung von Halbwahrheiten bis handfesten Lügen haben die Kernenergie, die ergiebigste, nachhaltigste und sicherste Form der Energieerzeugung, hierzulande in Verruf gebracht. Michael und Ursula Sladek, den Hauptverantwortlichen der „Elektrizitätswerke Schönau”, ist es zu verdanken, dass all diese Mythen seit einigen Jahren an zentraler Stelle und für jeden einsehbar gesammelt sind. Deren Machwerk, die „Hundert guten Gründe gegen Atomkraft”, kumuliert sämtliche Scheinargumente gegen Kernenergie, die im Laufe der Geschichte konstruiert wurden – eine gute Gelegenheit, diese auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen.

Unser Team fing damit an, in Stichproben die „Hundert guten Gründe” abzuklopfen, um eventuelle Fehler richtig zu stellen. Es zeigte sich aber schnell, dass „Fehler” hier eher die Regel waren. Ursula Sladek selbst stellte die „Hundert guten Gründe” 2009 mit den Worten vor

„…das ist alles sehr sorgfältig von einem Journalisten recherchiert worden, das heisst, jeder dieser hundert Gründe hält auch einer genauen exakten Prüfung stand – das war uns sehr wichtig.”

Überraschend war für uns am Ende aber doch, dass sich kein einziger der „Hundert guten Gründe” (tatsächlich sind es 115) als korrekt herausstellte. Oft reichten sogar die von Michael und Ursula Sladek selbst angeführten Belege aus, um deren eigene Behauptungen zu widerlegen, manchmal musste man schon etwas tiefer in die Materie eindringen, um der Unwahrheit auf den Grund zu gehen.

Lassen Sie sich auf diesen Seiten entführen in eine Kriminalgeschichte der Vernebelungen, Täuschungen, Falschzitate und Pseudowissenschaften. Nehmen Sie sich die Zeit, unseren Belegen nachzugehen, und bilden Sie sich Ihr eigenes Urteil. Zu jedem der „Hundert guten Gründe” gibt es von unserem Team eine Antwort sowie die Möglichkeit, diese in unserem Forum öffentlich zu diskutieren.

63 Kommentare zu Motivation

  1. Dr. Jörg Angerstein sagt:

    Diese Sammlung der 100 guten Gründe ist wirklich nur für naive Gemüter glaubhaft. Erschreckend ist die Sammlung der Kampagnen-Partner. Wenn sich hier die SPD noch anschließt, dann ist das ein Grund, die Partei zu verlassen. Alles was irgendwann mal als (verworfene) Möglichkeit angedacht wurde, wird als wahr und wahrscheinlich dargestellt.
    Ein Tsunami, gleichzeitig über Fessenheim und Neckarwestheim, gleich auch noch Stuttgart überrollend wäre sicher ein Supergau. Sowas könnte man auch gleich noch mit aufnehmen.
    Für den Techniker alles Blödsinn. Interessant ist, über solche Aussagen mit Studenten (technischer Fachrichtung) zu reden. Erschreckend ist, dass denen die Haare zuberge stehen ob dieses Unsinns, aber sie meinen, da sollte man nichts dazu sagen, solch dumme Aussagen muss man nicht kommentieren, die diskreditieren sich selbst. Eigentlich schade, aber jeder, der bei uns die Kernkraft verteidigt, wird als von der Industrie gekauft gebrandmarkt.
    Und die nächste Frage ist dieser Leute in der Diskussion ist dann, wie löst Ihr die Endlagerung. Ihr gefährdet die Archäologen in 100000 Jahren, die unsere Hinterlassenschaften ausgraben. Und wie ist das mit dem Chemiemüll? Der baut sich doch kurzfristig ab…..(auch Hg und As?).
    Warum platzen nicht den Informierten die Kragen und sie werden auch mal richtig wach.

    • Kritikalität sagt:

      Lieber Herr Angerstein,
      uns ist der Kragen ja bereits geplatzt, daher diese Seite. Der noch fehlende Auslöser war die von den deutschen Medien gewollt hergestellte Verknüpfung zwischen den Tsunami-Opfern und der „Atomkatastrophe“ von Fukushima. Nun hoffen wir mal, dass sich einer dieser „Atomkraftgegner“ hierher traut und mitdiskutiert. Bisher hat sich keiner blicken lassen.
      Jedenfalls vielen Dank für Ihren Kommentar!

      • Dr. Anna Veronika Wendland sagt:

        Prima, dass Ihnen zwar der Kragen geplatzt ist, Sie aber in der Argumentation kühl und sachlich bleiben. Sie bleiben Ihrem Namen treu und sind kritisch, aber nicht prompt überkritisch 😉
        Es wird sich womöglich nie eine/r von den Kernenergie-GegnerInnen blicken lassen – das sage ich Ihnen aus Erfahrung als Ex-Gegnerin, der schon lange vor Fukushima der Kragen geplatzt ist. Es ging mir auf die Nerven, dass man mit den „Anderen“ (jenseits des KKW-Zauns) nicht diskutieren durfte, und nicht zugrundelegen durfte, dass auch sie redliche Motive haben könnten. Am meisten hat mich aber immer der Unwille irritiert, sich basale Kenntnisse anzueignen, um sich dann ein Urteil zu bilden. „Wozu? Ich weiß auch so, dass die AKW unsicher sind“ – wer das sagt, will nicht diskutieren. Und daher gilt das Thema dort heute als ausdiskutiert. Der Kerntechnik wird Innovationsfähigkeit schlicht abgesprochen, in andere Länder grundsätzlich nicht geschaut – höchstens, um diese als rückständig zu diffamieren, wenn sie es wagen, gar neue Kernkraftwerke zu bauen. Bin gespannt auf die nächsten „Gründe“ und reiche sie diskussionsfreudig in meinem grünen Sozialmilieu weiter.

        • Kritikalität sagt:

          Sehr geehrte Frau Dr. Wendland,

          vielen Dank für Ihren Beitrag.
          Wir wollen schon, dass auch, die Kernenergie betreffend, kritische Leute diese Seite besuchen und mitdiskutieren, gerade, um auf deren Standpunkte einzugehen. Daher sind Ihre Erfahrungen aus der Vergangenheit sicher sehr nützlich und wir wären Ihnen dankbar, jene Ereignisse oder Informationen hier mitzuteilen, die Sie offensichtlich gegenüber der Kerntechnik aufgeschlossen gemacht haben. Vielleicht finden Sie ja Punkte, die nicht treffend/ausreichend erklärt worden sind. Uns ist völlig klar, dass man gegen „Ideologen“ und „Fundamentalisten“ hier nicht angehen kann. Die kritischen wie wissensbegierigen Menschen sind unser Ziel.

          • Dr. Anna Veronika Wendland sagt:

            Interessant, dass Sie mich das fragen! Werde versuchen, es darzulegen.
            Ich gehöre zur Generation derjenigen, die am 26. April 1986 – heute vor 27 Jahren – Schüler oder junge Studierende waren. Zu jung, um zur klassischen Anti-AKW-Bewegung zu gehören, aber kritisch genug, um nicht in der Generation Golf aufzugehen. Gegen Kernkraftwerke zu sein, war damals praktisch Generationsmerkmal.

            Was mich aber aufgeschlossen gemacht hat, ist wohl das wissenschaftliche Ethos, das mir meine Hochschullehrer beigebracht haben. Die Fakten prüfen. Die Quellen klarmachen. Die Meinungen wägen. Alle Parteien anhören. Gelassen bleiben. Komplizierte Dinge klar und für alle verständlich ausdrücken. Für und Wider zu Worte kommen lassen. Nach Tschernobyl, und auch nach Fukushima, war die Stimmung so aufgeheizt und emotionalisiert, dass weder die eine, noch die andere Seite diese Regeln zur Kenntnis genommen haben. Die KKW-Betreiber haben m.E. damals für denkende Menschen einfach zu simpel argumentiert („kann bei uns nicht passieren“). Sowas konnten natürlich Experten von der Gegenseite zerpflücken.
            Aber für viele andere waren die Befürworter immer zu kompliziert – viele Ingenieure müssten lernen, ihre ohne Zweifel sehr interessanten Überlegungen allgemeinverständlich darzulegen. Manchmal hatte man wirklich den Eindruck, hier werden zwei unterschiedliche Sprachen gesprochen.
            Aber leider haben wir es damals noch nicht mal mit Ingenieuren zu tun gehabt. Wir haben meistens Anwälte, Pressesprecher und PR-Profis zu sehen bekommen, mit ihren aalglatten einstudierten Aussagen – in den seltensten Fällen die Ingenieure oder Techniker von der Basis, die ja gut hätten begründen können, warum sie mit ihren Familien durchaus in der Nähe ihrer Anlagen wohnen (vgl. eines der simpelsten Argumente in der EWS-Liste).
            Daher waren meine ersten positiven Erlebnisse tatsächlich die Gespräche mit Kerntechnikern vor Ort, im KKW. Die gingen sorgfältig auf die Fachfragen ein und legten ihre Sache dar. Und sie konnten gut zuhören, wenn sie merkten, hier hat sich jemand in das Thema eingelassen. Das hat mir gefallen.

            Diese face-to-face-Kommunikation, die hat damals oft gefehlt. Vielleicht hatten die Kollegen aber auch einfach genug davon, sich an ihren Wohnorten, bei Diskussionsveranstaltungen etc. von den Gegnern persönlich beschimpfen zu lassen, und sich deswegen rar gemacht. – Nach Fukushima war das noch extremer. Statt sich zu organisieren, waren die Befürworter wie gelähmt in ihrer Kommunikation.

            Was außerdem einen wesentlichen Kommunikationsweg zur Protestgeneration verlegt hat, war die Identifikation der KE-Befürworter mit den Interessen großer Konzerne. Damals gab es keine linken Positionen für die Kernenergie mehr, nur noch konservative oder neoliberale. Damit konnte unsereins überhaupt nichts mehr anfangen. Ich habe erst in Frankreich gelernt, dass es eine linke Kernenergiepolitik gibt. Dort gibt es Initiativen von linken Kerntechnikern, die sich um Arbeitsbedingungen, Leiharbeit, Lohnpolitik in den KKW kümmern und öffentlich auf den Zusammenhang von kerntechnischer Sicherheit und sozialer Sicherheit aufmerksam machen. Die sind für Kernenergie! Aber eben nicht für Kernenergie im Dienste gnadenloser Profitmaximierung! Das fehlt bei uns komplett, dass man diese Dinge anspricht. Ich denke, nicht deswegen, weil es allen in der Industrie Arbeitenden hier so prima geht. Es hilft nichts, die Augen vor solchen Arbeitsbedingungen zu verschließen, da müsste viel mehr kommen.

            Last not least kam mir meine Neigung zupass, mich mit Physik und Technik zu beschäftigen, obwohl ich keine Naturwissenschaftlerin bin. Das hat mir die Kommunikation mit den Ingenieuren auch leichter gemacht. In der Protestbewegung blieb es immer an mir hängen, die Reaktortechnik zu erklären 😉

            Was also tun? Raus aus der Schmollecke, hinein in die Foren. Veranstaltungen organisieren. Möglichst vermeiden, die Gegner als Spinner abzutun. (Ist leider in vielen pro-Foren der Fall.) Dann: getreu der „Kritikalität“ auch die eigene Branche kritisch sichten, d.h. die Sache an sich vom ökonomischen Interesse trennen. Es gibt viele Leute, vor allem im Osten Deutschlands, wo ich wohne, die gar nichts gegen Kerntechnik haben, wohl aber gegen Kerntechnik im Dienste des shareholder value. In der Gegend von Greifswald könnte man wahrscheinlich noch heute ein KKW neu bauen, weil dort die aus DDR-Zeiten geerbte Akzeptanz sehr hoch ist (außer bei den Neonazis). Verpasste Chance! – All diese Umorientierungen würden gar nicht so einfach sein, da gibt es eben viele eingefahrene Gewohnheiten und Solidaritäten. Dann, sehr wichtig: die Fachleute von der Basis sollten sich viel mehr zutrauen, wenn sie öffentlich sprechen. Und die Betriebe – sollten sich wieder öffnen. Ich habe neulich mal Wochen gebraucht, um in Biblis jemanden für eine bestimmte Information an die Strippe zu bekommen. Die verstecken sich alle. Warum eigentlich? Noch ist nicht 2022. Wer weiß, was die nächsten Jahre bringen? Hoffentlich früh genug die Erkenntnis, dass im Vergleich zu den Umwälzungen in Natur- und Kulturlandschaften, die uns die Refossilisierung und „Erneuerung“ der Energieindustrie bringt, in vielleicht schon zwei Jahrzehnten die Kernkraftwerke als nachgerade minimalinvasiv gelten werden.

            Im kommenden Mai ist die Jahrestagung Kerntechnik in Berlin. Eigentlich wäre das eine gute Gelegenheit, auch außerhalb der Eröffnungsreden (d.h. in richtigen wissenschaftlichen Sektionen) diese sozio-kommunikativen Faktoren anzusprechen. Die Anti-AKW-Bewegung hätte den Kerntechnikern eins beizubringen: den großen kreativen „Ratschlag“, wo alle mitreden dürfen.

            Ich bin beruflich viel in Osteuropa unterwegs. Vor kurzem war ich in einem ukrainischen Kernkraftwerk, Rivnenska AES. Man denkt sofort: Ukraine, Atom, Tschernobyl, was können die uns schon sagen. Aber die machen dort eine hervorragende Öffentlichkeitsarbeit mit einer täglich aktualisierten Webseite, absolut zeitnaher Offenlegung von Messwerten, besonderen Vorkommnissen (die man sich bei uns teilweise erst bei der Atomaufsicht abholen muss) und Daten über die Reaktorblöcke; mit Hintergrundartikeln; die organisieren einen outreach in Ortschaften, Schulen und Universitäten der Region – und das alles in 200 km Entfernung von Tschernobyl, in einer Region, die schwer daran zu tragen hatte. Man hat fast den Eindruck, die haben seitdem mehr gelernt als wir.

    • Jan R. sagt:

      Dann sollten sie das mal tun, wenn sie dies lesen:“http://www.spdfraktion.de/sites/default/files/0,,14096,00.pdf“

  2. M.Gruss sagt:

    Es ist ein (ehemaliges?!) Kennzeichen des universell gebildeten Bürgers, daß er über die Jahre, Kraft seiner bemüht erworbenen Kognitivität und früher oder später greifenden Plausibilitätsinstanzen, Sichtweisen durchaus zu 100% korrigieren kann und früher als politisch offensiv empfundene Sichtweisen als Argumente in die Wahrheitsfindung einbezieht.
    Gerade wo „die“ Presse diesen ursprünglichsten Part nicht mehr ausreichend wahrnimmt
    und „die“ Wissenschaft sich der kommerzialisierten Zeitgeistideologie beugt, fällt dieses freilich nicht immer leicht. Dies betrifft €, EU-Politik im Allgemeinen, das CO2 und eben auch die Atomkraft. Interessante Zeiten für Republikaner, „gelernte“ Journalisten und unabhängige Wissenschaft.

  3. Tyron Booker sagt:

    Es ist, wie es immer war! Luegen muss man verteidigen, wenn es sein muss, auch durch ein Verbot der Wahrheit. Aber die Wahrheit wird sich irgendwie immer durchsetzen. Sie spricht fuer sich. Nur der Preis wird allmaehlich exorbitant hoch. Es ist also auch an der Zeit einmal die politischen Welten neu zu gestalten.

  4. Ich war damals schon, als der Tsunami über Japan hereinbrach, über die damit verbundene Berichterstattung (hier als Synonym für “Volksverdummung” zu verstehen) erschüttert und habe darüber in meinen “sichtlich grünen” Naturwunder-Blog berichtet. Leider hat sich seitdem nichts zum Guten gewendet. Dabei reicht doch oftmals ein wenig selbständiges Denken, vielleicht noch unterstützt mit Taschenrechner und Internet, aus, um zu erkennen, daß uns mittel- und langfristig die von der Politik verordnete Energiewende noch schwer zu schaffen machen wird. Überall faselt man über Energiespeicher, aber keinen ist bewußt, daß man 1 Kubikmeter Wasser (=1 Tonne) um über 360 m anheben muß, um in ihr 1 kWh elektrische Energie potentiell zu speichern. Elektrische Energie über längere Zeiträume zu „aufzuheben“, muß einfach in Gigantismus ausarten (siehe Ringwallspeicher etc. oder den Granitkolben im Harz nach Prof. Heindl) oder ist von den Wirkungsgraden inakzeptabel (“Windgas”). Wenn man in diesem Zusammenhang noch das Pamphlet der “E-Werke Schönau liest”, dann weiß man nicht, ob man Lachen oder Weinen soll. Deshalb ganz großes Lob für Ihre unaufgeregten Gegenargumente. Leider werden Sie die Breitenwirksamkeit nicht erreichen, auf die die Damen und Herren der E-Werke Schönau setzen können. Ihr Publikum, die lieber nachplappern als nachdenken, ist leider in der Überzahl. Man kann aber hoffen, daß einigen von denen auch demnächst der Kragen platzen wird – aber nicht wegen ihrer Argumente, sondern wegen der nächsten Stromrechnung.

    Ich werde Ihre Seite jedenfalls weiterempfehlen und ihre Argumente in meinen Vorträgen verwenden. Schönen Dank dafür.

  5. Rainer Henking sagt:

    Ich bin sehr erfreut diese Website gefunden zu haben. Gleichzeitig wächst die Hoffnung, dass in nicht allzu langer Zeit eine weitere Wende der Wende der Energiewende stattfinden wird. Es gibt inzwischen immer mehr Stimmen im www die sachlich über kernenergie berichten. Zum Beispiel http://www.kerngedanken.de und auch nuklearia.de . Dazu werden die Probleme der Erneuerbaren stetig wachsen. Dazu gehört das Platzen der Offshore-Blase hier im Norden. Viele mit viel Subventionen in Städten wie Bremerhaven entstandene Arbeitsplätze sind bereits gefährdet. Nach der Werftenkrise würden diese Standorte dann von der Offshore-Krise überwältigt. Mit dem Unterschied, dass die Werften vorher lange Wertschöpfung erzielt haben.
    Meine Frage ist: Wie kann man die sachliche Diskussion über Kernenergie hier in Deutschland auf die Tagesordnung bringen? Wie kann diese Technologie wieder in die Politik zurückkommen.

    • Kritikalität sagt:

      Vielen Dank für Ihren Kommentar.

      So, wie es jetzt aussieht, hilft nur das Kundtun der Meinung der Bevölkerung in politischen Kreisen und Medien – und ganz so „antinuklear“ ist diese da gar nicht eingestellt. Das muss aber noch durch Aufklärung weiter verstärkt werden – da will diese Seite einfach mal anfangen. Die „Vorlage“ der „Stromrebellen“ schrie geradezu danach, dafür aufgegriffen und entkräftet zu werden.

  6. JanG sagt:

    Was für eine großartige Seite, die ist richtig gut. Es ist extrem wichtig, gerade in der heutigen Zeit dafür zu sorgen, dass dieses Thema auf eine sachliche Grundlage bewegt wird. Als jemand, der hier auch schon seit einiger Zeit tätig ist, bin ich von eurer Arbeit und der Seite schwer begeistert. Daumen rauf für diese Mühe.

    JanG

    • Kritikalität sagt:

      Herzlichen Dank für Ihr Kompliment.

      Wenn Sie noch Anregungen oder gar weitere Quellen zu den einzelnen Gründen haben, können Sie dies hier vorschlagen – wir wollen die offene, direkte Diskussion. Übrigens, der Beitrag auf kerngedanken.de, „Die Welt nach Fukushima“, besonders Teil 1, zeigt mit Satire die verbreitete Radiophobie in größter Deutlichkeit auf, wirklich toll geschrieben.

  7. Dr. Rasmus Kiehl sagt:

    Eine hervorragende Seite. Vielleicht lassen sich in Zukunft noch einige Passagen ueber die Motivation der Atomkraft-Gegner einfuegen. Immerhin ist Deutschland ein lukrativer Markt fuer importiertes Erdgas und foerdert weiterhin beaengstigend viel Braunkohle. Sogenannte „fake greens“ werden von der Oeffentlichkeit nur selten als solche erkannt.

    Die Nachteile der heutigen Kernenergie liegen grossenteils in der Geschichte der Entwickung aus militaerischen Urspruengen begruendet, und dazu kann ein langer Abriss auf der Seite des Dual Fluid Reaktors empfohlen werden: http://dual-fluid-reaktor.de/historisches

    Im naechsten Monat kommt hier in Nordamerika der Dokumentarfilm „Pandora’s Promise“ in die Kinos. Es ist nicht geplant, ihn in Deutschland zu zeigen. Aber vielleicht ist es noch nicht zu spaet, und es findet sich eine Moeglichkeit, diesen wichtigen Film in die Kinos zu bringen. Das koennte viele Leute wachruetteln.

    [Diese Zeilen wurden mit kanadischem Atomstrom erstellt. ]

  8. Ludvik Medved sagt:

    Vielen Dank für die Arbeit die Sie sich mit dieser Seite machen.
    Seit ich mich als KKW-Befürworter geoutet habe, ist mein Bekanntenkreis merklich geschrumpft. Bei den übriggebliebenen ist aber Diskussionsbedarf vorhanden, und da sind die „Hundert gute Antworten“ eine große Hilfe.
    Eigentlich handelt es sich bei den Argumenten um Vorurteile oder Gerüchte (man kennt jemanden der jemanden kennt der eine Studie gelesen hat…). Bei anderen AKW-Gegnern hat man das Gefühl, sie suchten krampfhaft nach Risiken. Aufgefallen ist mir das bei Prof. Oda Becker (gesehen auf http://www.youtube.com/watch?v=SfjnRenEJz0&list=PL2_yJlcOZBQhEBwtlzYIkjUHopVhI0Z8k).
    Bei diesen Personen ist Argumentation hoffnungslos – da ist die Ablehnung emotional bedingt und damit nicht argumentierbar.
    Bei vielen Menschen spielt natürlich die ziemlich einseitige Berichterstattung in den Medien die wichtigste Rolle.
    Die übrigen geschätzten 10-20% unserer Mitmenschen sind für Fakten offen und können damit auch überzeugt werden.

    • AnnaVero Wendland sagt:

      Ähnliche Dinge habe ich auch erlebt, aber auch sehr viele unerwartet positive Eindrücke sammeln können: dass nämlich die Leute auf ein sachliches, ruhig vorgetragenes Argument doch eigentlich sehr aufgeschlossen reagieren. Zum Beispiel jenes, dass eine aufgeschlossene Haltung zur Kernenergie noch keine Ablehnung intelligent gemachter Erneuerbarer bedeutet. Oder, dass eine echte Energiewende, weg von der fossilen Tradition, gerade mit Kernenergie machbar und vor allem bezahlbar wäre.

  9. Florian Knispel sagt:

    Schade. Wenn alle so denken würden, stünden wir in unserer Entwicklung weit hinter dem heutigen Stand. Ich verstehe ihre Motivation und sehe die Atomenergie keineswegs nur kritisch, dennoch ist mit einem Beibehalten des Status Quo nur eines Gewiss, keine Fortentwicklung. Ich bin persönlich für einen sanften Wandel und nicht für die aktuelle Hau-Ruck Energiewende. Allerdings muss man diesen Wandel irgendwann Einleiten. Und so wie damals die Atomwirtschaft stark subventioniert wurde und in vielen Jahrzehnten der Erforschung und unter Mithilfe enormer Geldsummen zur „Serienreife“ entwickelt wurde, steckt eben auch die Regenerative Energiewirtschaft aktuell in ihren Kinderschuhen. Deshalb zu sagen wir machen das nicht, kann in logischer Konsequenz nicht die Lösung sein, sonst hätten wir auch niemals AKW´s entwickelt. Kurzum: In 20 Jahren werden die erforderlichen Techniken zur Energiespeicherung zur Verfügung stehen und viele aktuelle „Kinderkrankheiten“ in diesem Sektor ausgemerzt sein. Allerdings nur, wenn man den Willen zur Veränderung zeigt. In diesem Sinne freue ich mich über ihre inhaltlichen Aufklärungen, stelle mich aber ganz klar gegen ihre teilweise völlig überzogene Kritik an den Regenerativen Energien. Denn das sich hier auf dieser Seite mehr Gegner von Regenrativen Energiekonzepten tummeln als Freunde der Atomenergie, wird in den meisten Kommentaren doch sehr deutlich. Auch verstehe ich ihre Motivation des gegenseitigen Auspielens beider Techniken nicht ganz. Vielleicht sollte man dahingehend etwas offener für Veränderungen und technologische Fortschritte sein.

    • Kritikalität sagt:

      Hallo Florian Knispel. Zunächst einmal vielen Dank, dass Sie sich sachlich mit der Thematik auseinandersetzen wollen.

      Der Eindruck, wie würden hier Energieformen gegeneinander ausspielen, können wir allerdings nicht nachvollziehen. Vielleicht verwechseln Sie dies mit Vergleichen. Diese sind allerdings unumgänglich, wenn es um die Frage geht, ob Kernenergie nützlich oder gefährlich ist, denn darum geht es schließlich: Welche Energieform bringt uns am meisten und schadet am wenigsten.

      Dabei stellt sich natürlich zuvorderst die Frage, ob man überhaupt einen „Wandel” benötigt, und wenn ja, in welche Richtung. Alle Fakten sprechen eigentlich für eine „Energiewende” in Richtung Kernenergie, während Politik und Medien sich für eine Bewegung davon weg einsetzen. Dies ist oft einer Desinformation vor allem in den Medien geschuldet. Gerade Journalisten können dazu beitragen, diese Vorurteile abzubauen. Dann kann wieder eine sachliche Diskussion stattfinden, von der wir alle profitieren.

      Ein gutes Beispiel für Desinformation haben Sie selbst soeben gegeben, indem Sie behaupten, die „Atomwirtschaft” sei „stark subventioniert” worden. Bei Faktenprüfung (und deshalb mache wir das ganze hier) stellt sich allerdings heraus, dass es nie Subventionen für die „Atomwirtschaft” gegeben hat. Sie verwechseln dies vermutlich mit Forschungsförderung, die aber für alle Energiearten anzuwenden ist, sowie Investitionen in Großprojekte wie den THTR oder SNR-300, wovon die „Atomwirtschaft” aber keinen Nutzen gehabt hat. In der (momentan noch nicht freigegebenen) Antwort #72 wird dies näher erläutert und belegt.

      Dass die „Regenerative Energiewirtschaft” in den Kinderschuhen steckt ist auch nicht korrekt, dies trifft eher auf die Kernenergie zu, wie in #24 erläutert (dieses Thema bitte auch dort diskutieren). In diesem Sinne können wir Ihnen nur zustimmen, dass man etwas offener für Veränderungen und technologische Fortschritte sein sollte.

      Dass

      In 20 Jahren […] die erforderlichen Techniken zur Energiespeicherung zur Verfügung stehen und viele aktuelle “Kinderkrankheiten” in diesem Sektor ausgemerzt sein [werden]

      müssten Sie belegen. Und wieso vermuten Sie technischen Fortschritt nur für die „erneuerbaren”, nicht aber für die Kerntechnik?

  10. Florian Knispel sagt:

    Hallo Kritikalität,

    Zunächst verstehe ich unter Vergleichen etwas anderes. Es geht hier doch ganz klar darum, mit den gleichen Mitteln gegen die Regenerativen Energien zu schießen, wie es die andere Seite mit dem Atomstrom macht. Anders kann ich mir solche Zitate wie unter Punkt 24 nicht erklären:

    „Die erst 50 Jahre junge „steinzeitliche” Kerntechnik nutzt bisher nur ein Bruchteil ihres Potentials – und ist damit bereits 20 mal so effizient wie z.B. die „moderne” Windenergie. Letztere wurde tatsächlich schon vor der Bronzezeit genutzt, und ihr technisches Potential ist heute längst ausgereizt.“

    Wieso ist das technische Potenzial der Windenergie ausgereizt? In Sachen Turbinen, Kurbelwellentechnik und Kraftübertragung ist reichlich Potenzial und nur so lassen sich auch kontinuierliche Leistungssteigerungen in der Windenergie erklären.

    Auch wenn sie von „Schaden“ sprechen kann ich ihnen nicht Folgen. Wie gesagt bin ich für einen behutsamen Wandel und gegen einen Kostenintensiven Schnellschuss. Dieser würde uns keineswegs schaden, sondern einen weiteren Industriezweig in Deutschland ermöglichen und sich weit weniger auf die Energiepreise auswirken als die aktuelle „Energiewendepolitik“. Rein von der Windkraft kann man wohl kaum von einem Schaden sprechen. Auch ästhetische Argumente gegen die Windkraft sind wphl eher subjektiver Natur und entsprechen den Ansichten eines Anwohners in der Nähe eines Atommeilers.
    Wenn sie also von „Schaden“ sprechen, gehe ich davon aus dass sie die finanzielle Seite meinen.
    Ich vertrete jedoch die Ansicht, dass bei einer technischen Fehlfunktion, dass Windrad weit weniger „Schaden“ verursachen kann als ein Atommeiler. Das wäre meine Ansicht von Schaden. Und ihre Weitsicht in allen ehren, einen technischen Defekt bei einer von Menschen gebauten Konstruktion, lässt sich doch nie zu 100% ausschließen.

    Im übrigen ist die Subventionierung nicht nur in direkten Geldzahlungen wiederzufinden. Sie haben selbst von den Forschungsprojekten gesprochen und diese sind damit auch eine Subventionsleistung für sich. Das die Atomwirtschaft durch Forschungsleistungen des Staates keinen Nutzen gehabt hat, darf ich doch sehr bezweifeln. Und an diesem Punkt muss ich ihnen dann auch wieder die selbe propagandistische Haltung vorwerfen, wie sie von den Jüngern eines neuen, regenerativn Zeitalters vertreten werden. Auch die steuerlichen Erleichterungen der 60´er Jahre, für eine junge aufstrebende und verheißungsvolle, zudem Arbeitsplätze schaffende Branche, wird von ihnen verschwiegen. Gleiche „Anschubleistung“ hat die regenerative Energie auch verdient. Ob man in diesem Fall nun die Angewandte direkte Subvention gut heißen will oder nicht, steht auf einem anderen Blatt. Meinetwegen kann man auch riesige Staatsbetriebene Forschungsfelder für Wind/Solar/Thermische Energien aufbauen und auf diesem Wege eine Grundlage für den Zweig der Regenerativen Energien schaffen.

    Ich bleibe dabei, ein Ausspielen beider Techniken Gegeneinander wird keinesfalls funktionieren. Aber genausowenig wie die aktuelle „Mainstream“ Diskussion Ideologiefrei geführt wird, so scheint auch hier eine Diskussion am gange, die alles andere als Ergebnisoffen ist.

    • Kritikalität sagt:

      Wenn ich Sie richtig verstehe, beschränkt sich Ihre Kritik auf die eine Aussage am Ende von #24, das Potential für Windenergie sei heute längst ausgereizt.

      Dass dies so ist basiert auf grundlegenden physikalischen Prinzipien. Da die meisten von denen, die an den „100 guten Antworten” mitgearbeitet haben, studierte Physiker und Ingenieure sind, ist dieser Zusammenhang für uns unmittelbar klar, anderen aber wohl nicht. Deshalb sollte dieser Satz entweder klar belegt oder entfernt werden. Wir werden uns überlegen, wie wir das machen.

      Mit „Schaden” war vor allem der gesundheitliche Schaden gemeint, Sie sprechen aber noch zwei weitere Auswirkungen an: Die wirtschaftlichen (auch indirekt über neue Industriezweige), sowie die ästhetischen. Bei all diesen Einschätzungen machen Sie jedoch offensichtlich immer den gleichen Fehler. Sie vergleichen nämlich eine Windkraftanlage, oder vielleicht auch einen Windpark, mit einem Kernkraftwerk. Nun rechnen Sie mal.

      • Ein typischer Onshore-Windpark (15 WKAs) liefert gemittelt 8 Megawatt Zufallsstrom und benötigt dafür eine Fläche von 3 km2.
      • Ein typisches Kernkraftwerk liefert 1500 Megawatt stabilen und bedarfsgerechten Strom und benötigt dafür eine Fläche von 0,25 km2.

      Es hat also keinen Sinn, Kraftwerke miteinander zu vergleichen, ohne die Leistung zu berücksichtigen. Bezogen auf die Ästhetik heißt dies also: Ja, es ist weder „schön” neben einem Kernkraftwerk noch neben einem Windpark zu wohnen, aber bei Kernkraftwerken ist der (wie auch immer geartete) „Schaden” in jedem Falle um dieses Verhältnis geringer. Für die gleiche Leistung benötigen Sie nur 0,04% der Fläche. Es ist also völlig belanglos, wie hässlich das KKW ist, denn im Vergleich zu Windparks ist es praktisch unsichtbar. Eine ensprechende Rechnung können Sie gerne für den gesundheitlichen Schaden durchführen, haben aber andere schon gemacht, und Sie können dies alles in der Kategorie „Unfall & Katastropherisiko” nachlesen. Das Risiko, durch Kernkraftwerke zu Schaden zu kommen, ist mit Abstand am geringsten, sogar verglichen mit Solar- und Windenergie. Ähnliches gilt für die Wirtschaftlichkeit, die sich am besten durch den energetischen Erntefaktor ausdrücken lässt. Hier empfehle ich diese Lektüre.

      Forschungsförderung ist keine Subvention. Der Begriff Subvention ist sogar im StGB (§264) geregelt und bezieht sich ganz klar auf Wirtschaftsförderung. Forschungsförderung ist hingegen Wissensförderung. Letztere wird praktisch immer und dauerhaft von der Allgemeinheit finanziert, weil sie auch dem Wohle der Allgemeinheit dienen soll. Die „Atomwirtschaft” (was meinen Sie damit eigentlich genau?) profitiert davon nicht mehr als die Medizin oder Autoindustrie. Worin sehen Sie hier eine „propagandistische Haltung”?

      Im übrigen scheinen Sie auch hier die Maßstäbe nicht zu kennen. Die Forschungsausgaben, die irgendeinen Bezug zu heute eingesetzter Kerntechnik haben, belaufen sich auf ca. 8 Mrd. € (inflationsbereinigt vielleicht 16 Mrd. €) über 50 Jahre! (Siehe hier). Die Umsätze in der nuklearen Stromerzeugung im gleichen Zeitraum dürften sich im Bereich von Hunderten Mrd. € bewegen.

      Und welche „steuerlichen Erleichterungen” meinen Sie?

  11. E. Boson sagt:

    Lieber Herr Knispel,
    die Windkraftwerke sind wirtlich an Ende. Das hat aerodynamische Gründe. Es gibt noch ein weiteres Problem. Da jedes Windkraftwerk auch aus einem Rotor besteht (dieser hat z.B. für ein 2MW- Turbine ca. 52 Tonnen Rotormasse) wird für die Herstellung Erdöl verwendet. Das liegt an den Werkstoffen. AFK, GFK und CFK werden aus Erdöl gemacht, leider. Oben drein sind die Rotore Sondermüll. Ich habe noch eine andere Frage. Wenn es den doch eine Energielüge ist, mit den erneuerbaren Energien und die Grundlastbefriedigung des Energiebedarf nicht mehr gedeckt werden kann, können wir ja die gemachten Versprechungen des Grün-industriellen Komplex einklagen während unsere Mitmenschen um das überleben kämpfen. Dann ist es Zeit genug über das Problem nach zu denken. Was halten Sie davon?

  12. Florian sagt:

    Und wieder die selben Unsinnigen Argumentationen: „wird für die Herstellung Erdöl verwendet. Das liegt an den Werkstoffen. AFK, GFK und CFK werden aus Erdöl gemacht, leider.“

    Jetzt mal Butter bei de Fische, was wird denn heute bitte an einem modernen Atommeiler aus Erdöl hergestellt? Wielange dauert es einen Atommeiler abzubauen? Wieviel Sondermüll ensteht dort? Ganz ehrlich, sie entlarven sich hier alle zusehends selbst, indem sie es einfach nicht lassen können, beide Energieformen gegeneinander auszuspielen. Viel Glück ihnen allen noch bei ihrem Projekt, aber jeder aufgeklärte Bürger wird nicht lange brauchen um ihre krampfhaften Argumentationen zu durchschauen. und nochmals: Windkraft ist eben nicht am Ende. Vielleicht sollte der ein oder andere nochmal einen Maschinenbau-Grundkurs belegen. Ich bezweifle doch auch nicht an, dass die Entwicklung der Atommeiler noch vieles zu bieten hat. Aber mit dieser absolutistischen Meinung „Windkraftwerke sind wirklich am Ende“, machen sie sich einfach nur lächerlich und ich habe zusehends meine Probleme die hier doch so sehr angestrebte „offene Diskussion“ ernst zu nehmen. Deshalb klinke ich mich hier auch besser aus und sie können wieder in ihrer eigenen Soße unter ihresgleichen schwimmen. Ich habe ihnen hier ein Diskussionsangebot gemacht, aber anscheinend wollen auch sie hier nur Halbwahrheiten verbreiten und Stimmungmache für die Atomlobby durchsetzen. Mein Tipp: Befassen sie sich mit der Kernenergie und ihrem Nutzen/Problemen etc., aber lassen sie doch einfach die gesamte regenerative Energie in ihren Argumentationen weg, dann wirkt das ganze gleich viel Glaubwürdiger. Aber die Atomenergie zu hypen indem man die regenerativen Energien in fast jedem Punkt auf dieser Seite erwähnt und niedermacht, ist einfach traurig und zeigt ihre Argumentationskette. Atom gut, weil regenerative Energie schlecht.

    • Kritikalität sagt:

      Schade, Florian Knispel.

      Anfangs sah es tatsächlich so aus, als wollten Sie ernsthaft diskutieren. Nun beharren Sie empört auf Ihrer Position, obwohl Ihnen die Zahlen und Fakten genannt wurden (siehe Antwort auf Ihren vorherigen Kommentar, vielleicht haben Sie ihn nur übersehen?), und wiederholen nochmals den gleichen Fehler (falsche Bezugsgrößen, ein Windkraftwerk enspricht nicht einem Kernkraftwerk), der Ihnen schon nachgewiesen wurde.

      Ohne auf die Argumente sachlich einzugehen, werden Sie nun polemisch („Unsinnige“, „krampfhafte“ Argumentation, „Sie entlarven sich“, „Maschinenbau-Grundkurs“, „absolutistisch“, „lächerlich“, „in Ihrer eigenen Soße schwimmen“), und ziehen sich schimpfend zurück, mit der Behauptung, Sie hätten uns ein Diskussionsangebot gemacht. Witzigerweise auch noch als Reaktion auf den Benutzer „E. Boson“ – wie kommen Sie darauf, dass dieser etwas mit uns zu tun hat?

      Gerade der aufgeklärte Bürger wird dies sicher erkennen. Vielleicht lesen Sie unsere 100 guten Antworten ja auch einmal, dann werden Sie bemerken, dass lediglich 20% davon Vergleiche mit „regenerativen“ Energien anstellen, und dies meistens als Reaktion auf die „100 guten Gründe“ der EWS. Und die haben wir nun wirklich nicht geschrieben.

  13. Kosmopolit sagt:

    Vielen Dank fuer diese sehr sachliche Antwort auf den ausgesprochenen Humbug.

    Ich frage mich nur, wie es in Deutschland soweit kommen konnte, das Sachargumente in der Oeffentlichkeit und der Oeffentlichen Wahrnehmung kaum mehr eine Rolle spielen…
    Ich fuehle mich als Befuerworter der Kernenergie ja fast schon verfolgt von einer Diktatur der Anti Atom BEwegung, die die gesamte Meinungsbildung uebernimmt.
    Fakten und wissenschaftliche Argumente werden nicht gezaehlt, wichtig ist, das man gegen die boese Atomkraft ist.
    Da tut es einfach gut, eine so auf das Thema bemuehte Seite zu haben.

    Den gegen die Propagander vieler aus dem Links-gruenen Anti AKW Milieu ist nicht einfach anzukommen. Wer kann schon folgenden Aussagen wiedersprechen?
    „Ihr riskiert unser aller Leben nur um des Profites wegen“
    “ Wollt ihr unseren Kindern diesen Strahelnmuell hinterlassen“
    etc.

    Ich hoffe das bald die Einsicht reift, das die Erneuerbaren Energien das Problem nicht loesen koennen, und das man sich dann auf die weitgehend Co2 neutrale Kernenergie rueckbesinnt.

  14. DF sagt:

    Ich bin zufällig über den Artikel „GAU im Chinaclub“ auf achgut.com auf das Thema „Dual Fluid Reactor“ und dadurch wiederum auf die 100 guten Antworten gestoßen. Ich bin sehr angetan von Ihrer auch für Laien verständlichen, unaufgeregten Argumentation.

    Sehr wichtig für weitestmögliche Verbreitung fände ich die Möglichkeit zur Empfehlung auf den gängigen sozialen Netzwerken wie Facebook etc. Im Idealfall vielleicht sogar nicht nur pauschal für den Webauftritt, sondern getrennt nach einzelnen Argumenten. So ließe sich im eigenen Umfeld immer mal wieder ein Argument einstreuen, wohingegen ein einzelner Verweis auf die Seite höchstwahrscheinlich im Grundrauschen untergehen würde.

    • Kritikalität sagt:

      Lieber Leser, genau so haben wir das gedacht, allerdings sind wir im Moment alle etwas eingespannt. Es werden noch Facebook- und Twitter-Links eingearbeitet, und eine eigene Facebookseite ist auch geplant. Wenn Sie mithelfen wollen, gerne. Es dauert aber bei uns noch ein paar Wochen…

  15. nLeser sagt:

    Moin!

    Möchte mich ebenso bedanken bei den Machern, insbesondere auch für die effiziente Darstellung, und hoffe auf einen guten Fortgang! Auch der immer lesenswerte H3 bereichert dieses Forum. (Mein dauerhaftes Interesse an Kernphysik u.ä. und geht übrigens auf den grundsoliden mathematisch / naturwissenschaftlichen / technischen DDR Unterricht der 60er Jahre zurück und ich habe die aberwitzige Hoffnung, daß sich Deutschland nochmal auf seine liberalen und wissenschaftlichen Traditionen hin berappelt.)

    mfG

  16. Sehr geehrte Macher dieser Seite,

    ihr Argumente klingen durchaus schlüssig und sachlich. Und Wahrscheinlichkeitsbewertung von Risiken ist eine tolle Sache. Nur Schade wenn es trotzdem reicht, dass es nur einmal schief geht um einen großen Schaden für Leib und Leben von vielen Menschen anzurichten.

    Leider vergessen Sie eins, nämlich die Realität: Es ist schon 3 Mal schief gegangen (Harrisburg, Tschernobyl, Fuskushima) und 2 Mal davon mit großem Leid und Schaden.
    Die Frage ist ob wir dies als Lernprozess ansehen wollen um die Sicherheit von AKWs zu optimieren und hoffen wollen das wir inzwischen genug gelernt haben das es nicht nocheinmal schief geht (ich würde mal spontan sagen die Wahrscheinlichkeit spricht dagegen) oder die Konsequenzen ziehen wollen: Nämlich der Ausstieg aus der Kernenergie wegen des zu hohen Schadenpotenzials bei geringem aber vorhandenen Risiko und die Suche nach Technologien zur Energieerzeugung die weniger Gefahren bergen.

    Sorry…

    • Kritikalität sagt:

      Sehr geehrter Herr Schmidt,

      zunächst vielen Dank für Ihren Kommentar, für den Sie sich auch nicht entschuldigen müssen.

      Ihre Einschätzung ist aber nicht richtig: Fukushima und Tschernobyl wurden bewusst (!) mindestens (grob) fahrlässig verursacht. Die mangelnden Vorkehrungen und deren Folgen waren absehbar. Die Gefährdungen werden (insbesondere in den Medien) teilweise weit überschätzt. UNSCEAR hat in seinem neuesten Report die gesundheitlichen Folgen der Reaktorhavarie in Fukushima abgeschätzt – 0 Tote und keine erfassbaren zusätzlichen Erkrankungen infolge der Strahlung. Dies vergleiche man mal mit Talsperrenunglücken (auch in Europa). Selbst unter Einbeziehung von Tschernobyl (die Opfer nach Datenbasis von UNSCEAR noch vervielfacht einbezogen) sterben pro erzeugter Elektrizitätsmenge weit weniger Menschen durch Kernenergie als bei allen anderen Energietechnologien, s. auch z.B. 29 oder 81.

      Harrisburg ist tatsächlich eher repräsentativ, da hier nicht fahrlässig gehandelt wurde – technisches Versagen. Obwohl der halbe Kern zusammenschmolz, gab es nur an einer Stelle Schaden – im Reaktor. Es gab/gibt keine gesundheitlichen Auswirkungen. Die Evakuierungen waren nach wenigen Wochen aufgehoben worden.

      • Christoph Schmidt sagt:

        Danke für Ihre Antwort…

        Spontan dazu fällt mir ein: Reicht es nicht dass fahrlässiges Handeln zu einer Katastrophe diesen Ausmaßes führen kann?
        So lange Menschen und wirtschaftliche Interessen am Betrieb eines Kraftwerks beteiligt sind wird es auch immer Fehler und Einsparungen an Sicherheitsvorkehrungen etc. geben. Das zeigt die Geschichte leider sehr gut.
        Nur weil man in der Theorie etwas nahezu perfekt sicher machen kann (wobei die Erfahrung mit technischen Systemen lehrt: umso komplexer umso häufiger werden Möglichkeiten/Fehlerquellen übersehen) wird man dies in der Realität unter Beteiligung von Zeit&Verschleiß, dem Faktor Mensch, dem Gewinnstreben der Betreiber, etc. so gut wie unmöglich genauso sicher wie in der Theorie machen können.

        Deshalb bleibe ich bei meiner Meinung: Es ist eine zu große Gefahr.

        • Kritikalität sagt:

          Es ist unbestreitbar, dass jede Technik Risiken birgt. Ziel ist es, jene Technik zu nutzen, die am wenigsten Risiken birgt. Und dabei wollten wir mit Vorurteilen, aus denen Sie ebenfalls zitieren, auf dieser Website aufräumen. Lesen Sie doch mal die Antworten auf die Gründe. Wenn Sie wegen der Gefahr von Einzelereignissen (Fukushima) eine Technik ablehnen, dann sollte man auch Chemiefabriken (Grundlage auch für Erneuerbare Energien) oder Flugzeuge (Abstürze auf dicht besiedelte Gegenden) verbieten. Dies würde mehr Tote verursachen, ist wahrscheinlicher und das Risiko betrifft die Allgemeinheit generell.

          Fukushima zeigt sogar auf, wie sicher Leichtwasserreaktoren sind: Es fehlten wichtige Sicherheitseinrichtungen, ein schweres Naturereignis wirkte auf das Kraftwerk ein. Die Belastungen sind ungefährlich (UNSCEAR, s. auch oben). Wesentlich charakteristischer in Deutschland sind Abläufe wie in Harrisburg – keinerlei Beeinträchtigungen. Wenn bei der Kernenergie sehr seltene Ereignisse maximal einen solchen Gesundheitsschaden verursachen können, dann kann man getrost erst bei anderen Techniken nachbessern.

          • Adrian sagt:

            Zunächst möchte ich mich für diese hervorragende Webseite bei Ihnen bedanken. Man hört sonst immer nur die einseitige Meinung der Kernkraftgegner, die zum Großteil für solche Argumente völlig immun sind.

            „Spontan dazu fällt mir ein: Reicht es nicht dass fahrlässiges Handeln zu einer Katastrophe diesen Ausmaßes führen kann?
            So lange Menschen und wirtschaftliche Interessen am Betrieb eines Kraftwerks beteiligt sind wird es auch immer Fehler und Einsparungen an Sicherheitsvorkehrungen etc. geben. Das zeigt die Geschichte leider sehr gut.“

            Das ist wie gesagt kein explizites Problem der Kernkraftwerke, sondern von Technik allgemein. Leute glauben, sie wären „sicher“, wenn sie nicht in der Nähe von Kernkraftwerken leben würden. Aber die Wahrscheinlichkeit, beim Protestieren gegen das Kraftwerk von einem Auto überfahren, einem Zug erfasst oder in einen sonstigen Unfall verwickelt zu sein millionenfach höher als ein Tod in Folge eines Super-GAUs. An Technologie sterben hunderttausende, wenn nicht Millionen Menschen täglich. Und wenn Sie Angst haben zu sterben, dann gehen sie einfach nicht mehr nach draußen, steigen in kein Fahrzeug, benutzen kein Besteck, am besten Sie liegen nur im Bett aber auch gegen einen Erstickungstod durch einen Brand in Folge eines technischen Defektes sind Sie dann auch nicht gewappnet.

            Kernenergie ist eine der sichersten Technologien der Welt. Es wäre so schön, wenn es die meisten anderen auch wären. Aber vor dem Auto hat ja keiner Angst…

          • Christoph Schmidt sagt:

            Es tut mir leid aber Ihre Argumentation überzeugt mich nicht. Ich finde sie widersinnig und fast schon menschenverachtend.
            Evtl. sollten sie sich einmal mit dem Begriff „kognitive Dissonanz“ beschäftigen.

    • Ocin1 sagt:

      @ Christoph Schmidt 09.07.2013

      Ich finde es immer sehr interessant, dass Bundes-Deutschen immer nur auf die Kernenergie schauen, wenn Frauen, Kinder, Ungeborene und Ungezeugte sterben (Männer dürfen in der BRD ja sterben :-), danach fragt hier kein Schwein). Als ob das ein Vorrecht ausschließlich dieser Technik sei, was in der Realität (also fernab deutscher Politiker) nicht mal ansatzweise zu belegen ist.

      Probleme der Wasserkraft – Staudamm-Katastrophen ab 400 Toten: Frankreich 2.12.1959 (bis zu 429 Tote), Brasilien 25.3.1960 (etwa 1000 Tote) , China 18.5.1960 (etwa 1000 Tote), Indien 12.7.1961 (etwa 1000 bis 2000 Tote), Indien 29.9.1964 (1000 Tote), Italien 9.10.1963 (etwa 2000 Tote), Indien 29.10.1964 (etwa 1000 Tote), Bulgarien 1.5.1966 (bis zu 488 Tote), China 8.8.1975 (um 220 000 Tote), Indien 11.8.1979 (etwa 2000 bis 2500 Tote), Philippinen 1991 (3500 Tote), China 27.8.1993 (etwa 240 bis 1200 Tote. Siehe de.wikipedia.org/wiki/Liste von Stauanlagenunfällen.

      Auch auf dem Hoheitsgebiet der BRD gab es Staudamm-Katastrophen: 17. Mai 1943 starben 1.200 bis 1.600 umgehend beim Bruch der Möhne-Staumauer und etwa 800 Tote durch Bruch der Edersee-Talsperredurch. Beides ausgelöst durch einen Bombenangriff.

      Alleine in Europa haben sich seit 1950 16 Staudamm-Katastrophen ereignet.

      [www.20min.ch/news/zuerich/story/29706409] “Sei es durch eine Naturkatastrophe oder einen Terroranschlag, wenn die Talsperren des Sihlsees brechen, fliessen die Wassermassen durch das Sihltal Richtung Stadt Zürich. Die Flutwelle würde die Stadtgrenze in 1 Stunde und 25 Minuten erreichen. Weitere 25 Minuten später stünde der Paradeplatz im Stadtzentrum unter Wasser. 2 Stunden 50 Minuten nach dem Bruch der Talsperre hätten die Fluten die Stadtgrenze bei Altstetten erreicht, wie es in einem Merkblatt der Stadt Zürich heisst.“

      Ich bin kein Gegner dieser Technik, jedoch bin ich auch nicht so politisch verblendet, das ich Tote durch Ertrinken und Seuchen besser finde als Tote durch Strahlung.

      Würde ein Bundes-Deutscher nun den Ausstieg aus der Staudamm-Technik verlangen, NEIN natürlich nicht. Würde nun ein Bundes-Deutscher die Staudamm-Technik für **unbeherrschbar** halten, NEIN natürlich nicht!

      Weiter bedenke man, dass zum Puffern des unstetigen Wind-/ Solar-Stromes Stauseen z.B. in Norwegen oder Schweden verwendet werden sollen. Von der hoch gefährlichen Idee, alte Kohle-Stollen zu unterirdischen Pumpspeicherkraftwerken zu machen, und somit die Stollen täglich zu fluten und wieder leer zu pumpen, ganz zu schweigen. Es macht sich langsam die technische Realität in den Köpfen breit, wie ein Kater nach einem berauschten Fest.

      Weiter kostet die totale Umgestaltung des BRD-Stromnetzes, welches mit der Kernenergie nicht notwendig wäre, etliche Milliarden Euro. Es muss wegen der politisch „dezentrale“ „Erneuerbaren“ Energie, welche ja den Süden der BRD mit Strom aus dem Norden versorgen soll (wo ist das denn dezentral?), erheblich mehr Ressourcen, wie Kupfer für Windgeneratoren, Neodym (seltene Erden) für Windgeneratoren, Stahl für die Windanlagen, Aluminium und Stahl für die zusätzlichen Überlandleitungen, Fläche, … , als bei einer Stromversorgung auf Kernenergie-Basis.

      Reale Gefahren eines 3’fachen GAU

      [www.pro-physik.de/details/physikjournalArticle/5115171/Lokaltermin_in_Fukushima.html] „Die tatsächliche Jahresdosis von 1 bis 5 mSv liegt zwar wohl über dem in Deutschland für die Allgemeinbevölkerung gültigen Grenzwert von 1 mSv […], ist aber so niedrig, dass sich gesundheitliche Auswirkungen nicht nachweisen lassen“

      [www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/uno-studien-strahlung-durch-fukushima-geringer-als-befuerchtet-a-834920.html] „Der Atomunfall von Fukushima wird bei Menschen kaum gesundheitliche Schäden verursachen – zu diesem Ergebnis kommen zwei Studien der Vereinten Nationen. Auch die Arbeiter, die an vorderster Front gegen die Katastrophe kämpften, seien bisher nicht erkrankt“

      [www.welt.de/wissenschaft/article106502063/Die-Angst-war-schlimmer-als-die-Strahlung.html] „Die Angst war schlimmer als die Strahlung – Der britische Physiker Wade Allison spricht dem Reaktorunglück von Fukushima den Katastrophen-Status ab. Damit könne man nicht den Ausstieg aus der Nutzung der Atomenergie rechtfertigen.“

      [www.world-nuclear-news.org/RS_Naraha_evacuation_order_lifted_1508121.html] „Thousands of Naraha residents can return to homes and businesses during daylight hours now that the Fukushima municipality’s evacuation order has been lifted.“

      [www.blick.ch/news/ausland/sie-baden-wieder-in-fukushima-id1965166.html] “Sie baden wieder in Fukushima Man kann es kaum glauben. Knapp ein Jahr dem Super-Gau gehen die Menschen in Fukushima wieder baden. Ist das eine freudige Nachricht, oder einfach nur tödlicher Leichtsinn?”

      [www.morgenpost.de/printarchiv/wissen/article1910366/Um-den-Reaktor-von-Fukushima-hat-es-keine-Strahlentoten-gegeben.html] „Um den Reaktor von Fukushima hat es keine Strahlentoten gegeben“

      [theenergycollective.com/breakthroughinstitut/186436/no-clinically-observable-effects-fukushima-radiation-un] „No Clinically Observable Effects’ From Fukushima Radiation: UN“

      [www.japantimes.co.jp/news/2013/03/31/national/thyroids-test-normal-in-fukushima/#.UVquL32EpeW] „The thyroids of young Fukushima residents aren’t significantly different from their counterparts’ glands in three prefectures spread across the archipelago, a survey by the Environment Ministry says.“

      [www.eike-klima-energie.eu/news-cache/un-keine-direkten-gesundheitsschaeden-durch-fukushima] „Nach dem Atomunfall von Fukushima war die Angst vor Folgen wie vermehrtem Schilddrüsenkrebs groß. Jetzt gibt die UN (UNSCEAR-Report) Entwarnung: Nach einer ersten Untersuchung sind keine direkten Gesundheitsfolgen nachweisbar.“

      [www.tagesspiegel.de/wissen/un-bericht-zur-reaktorkatastrophe-das-vermaechtnis-von-fukushima/8317068.html] „Am 31. Mai verkündete der Physiker Wolfgang Weiss, bei UNSCEAR zuständig für Fukushima, dass die bei dem Zwischenfall frei gewordene Strahlung keine unmittelbaren Effekte auf die Gesundheit der Bevölkerung gehabt habe.“

      Die biologische Wirkung von ionisierender Strahlung misst man mit der Einheit Sievert Sv. Es gilt 1 Sv sind 1000 mSv oder 1000 000 µSv, also 20 mSv = 0,02 Sv oder 20 000 µSv OK 🙂

      Durchschnitts-Werte : (Sv=Sievert) BRD, Österreich, Dänemark, Belgien um 2,5 m Sv pro Jahr; Finnland um 8 mSv pro Jahr; Frankreich, Griechenland, Spanien, Schweiz um 5 mSv pro Jahr; Schweden um 6 mSv pro Jahr. Eine Röntgen-CT des Bauches belastet den Menschen mit etwa 20 mSv. Röntgen-Durchleuchtung beim Setzen eines Herzkatheter um 300 mSv pro Untersuchung. Klassische Röntgenaufnahme um 0,1 mSv pro Aufnahme. Das Essen einer Banane entspricht 0,1 µSv.

      In Nord-Spanien, Süd-Finland, Mittel-Frankreich, im Süden des Schwarzwaldes und in West-Österreich liegt die Belastung durch die natürliche Hintergrunstrahlung/Radioaktivität über 10 mSv pro Jahr [www.world-nuclear.org/uploadedImages/org/info/NaturalbackgroundradiationEurope.gif]. In Guarapari-Brasilien um 175 mSv pro Jahr und in Ramsar-Iran um 262 mSv pro Jahr

      Rechnung für Fukushima : (siehe auch /jciv.iidj.net/map/) In der kontaminierten Zone um das KKW Fukushima-Daiichi liegt die meiste Belastung unter 1000 nSv pro Stunde. 1000 nSv/h = 1 µSv/h =24 µSv/Tag (1 x 24) = 8760 µSv pro Jahr (24 Stunden x 365 Tage) =8,76 mSv pro Jahr. Also bekommen die Japaner dort jetzt hauptsächlich eine Belastung ab, welche z.B. auch die Finnen haben,. Vereinzelt (Hotspots) steigt jedoch die Belastung in der Zone um das KKW-Fukushima Daiichi bis auf 30 µSv/h (30 µ x 8760 = 262800 µ), was nach beschriebener Umrechnung 262,8 mSv pro Jahr sind, wie in Ramsar.

    • Ursula edelmann sagt:

      Sehr geehrter Herr Cristoph Schmidt, Sie sprechen die drei KKW-Katastrophen an.
      Eigentlich sind es nur zwei. In Harrisburg sind Menschen nicht zu Schaden gekommen.
      Die Kernphysik hat dazu gelernt und entwickelt KKWs. der vierten Generation die
      kein Gefahren-Potenzial mehr haben. Ich empfehle Ihnen, sich zu informieren unter
      http://www.Dual Fluid Reaktor.de. Dieser neue geniale Kraftwerktyp versorgt uns nicht nur
      mit billigem CO²-freiem Strom und CO²-freiem Kraftstoff, macht uns also unabhängig
      von Erdölimporten, sondern befreit uns noch von den hochradioaktiven Altlasten der
      still zu legenden alten AKWs. Milliarden teure Endlager sind überflüssig. Von jedermann anzusehen im Internet. Mich wundert, dass nur wenige Menschen von
      dieser Information Gebrauch gemacht haben.

  17. Paul sagt:

    Das Argument des Gefährdungspotezials durch KKW ist in allen Diskussionen ein sehr gewichtiges. Der Gefährlichkeit der KKW wird dann gerne die Ungefährlichkeit der EE gegenüber gestellt.
    In Zettels Raum habe ich von Fachleuten gelesen wie gefährlich und schwer beherrschbar die weitgehend ungesteuerte Einspeisung der EE sein kann. Netzzusammenbrüche durch Über- oder Unterspannungen können zu verheerenden Auswirkungen führen. Schon musste Strom zur Entlastung des Stromnetzes in das Ausland verschenkt werden, um Überspannung zu vermeiden.
    Die Bundesregierung hat ein Gutachten über die Auswirkungen eines großflächigen Stromausfalls erstellen lassen. Schon nach wenigen Tagen gäbe es mehrere 10 000 Tote. Krankenhäuser haben Notstromaggregate für 24 Stunden. Danach sterben alle künstlich beatmeten Patienten. Wenn kein Strom da ist können diese Dieselaggregate
    Ich gebe zu, ich bin kein Fachmann. Habe mir nur etwas angelesen. Aber bei der Diskussion von Gefährdungen sollte man diese Gefahren nicht außen vor lassen.
    Vielleicht können Sie das hier mal alles ordentlich zusammenfassend darstellen und den Gefahren die von KKW’s ausgehen gegenüber stellen.
    Wie sagt meine Oma immer?
    „Junge das Leben ist lebensgefährlich.“
    Da hat die alte Oma recht. Deshalb sollte man die Gefahren abwägen.
    Und noch was: Eine 100%-ige Sicherheit gibt es nicht.

    Herzlich, Paul

    • quer sagt:

      http://www.tab-beim-bundestag.de/de/publikationen/berichte/ab141.html

      Hier kann jedermann einsehen, welche Gefahren durch unsere wunderbare Energiepolitik drohen. Was dort zu lesen ist, reicht völlig aus, einen perfekten Bürgerkrieg auszulösen. Ab Okt. jeden Jahres ist grundsätzlich damit zu rechnen. Ab dann wird alle 100 km getankt: Gas, denn mein Benzintank ist fast immer voll. Reichweite 1200 km. Reisevorräte, (Wasser!!!) Notfallkoffer reichen aus, um F oder CH zu erreichen. Sind nur 200 bzw. 340 km. Kartenmaterial f. Nebenstraßen ganz wichtig. Wichtig auch, über den Rhein zu kommen. Wir sind immer reisefertig.

      Die Möglichkeit, dies wegen eines durchgegangenen AKW unternehmen zu müssen, ist als marginal, bzw. vernachlässigbar einzuschätzen.

  18. Stefan Pauly sagt:

    Also, wenn ich mir auf deren Seite „Unsere Kampagnen-Partner“ anschaue, dann sehe ich, dass die EWS nicht neutral sind. Es handelt sich bei ihnen um linke Ideologen („Karl der Käfer wurde nicht gefragt…“, „Imagine all the people…“(Die Nationalhymne der Gutmenschen schlechthin)). Diese Leute werden sich, ähnlich wie dieser Florian Knispel, nicht für wissenschaftliche Fakten interessieren. Sie beharren auf ihrem ideologischen Standpunkt, und wenn man die Atomkraft befürwortet, gehen bei ihnen die Rolläden nach unten, und man selbst ist gesellschaftlich unmöglich. Leider ist es so, dass nahezu alle Medien links sind, d. h., die Zottelbärte in ihren Jutesackjacken, Gummistiefeln, mit ihren PACE-Regenbogenfahnen haben immer Unterstützung durch die Presse. Dementsprechend sind sogar Normalbürger verängstigt und ideologisch voll auf der Linie dieser Anti-Atomkraft-Gutmenschen mit ihrem „bunten und kreativen Protest“, ihrem „Zeichen setzen“ usw. Es ist sehr schwer, die Atomkraft zu befürworten, wenn man selber kein Wissenschaftler auf diesem Gebiet ist. Ich werde auf diese Seite auf jeden Fall in meinem Facebookprofil verweisen, speziell auf die „100 guten Antworten“. Auch, wenn ich mich bei den meisten FB-„Freunden“ unbeliebt mache…

  19. Kritikalität sagt:

    Danke! Die Seite hat verdammt viel Mühe gemacht, eine Verbreitung wäre wünscheswert. Die, bei denen die Rolläden runtergehen, sind sowieso verloren. Aber andere sehen das mit den Rolläden und machen sich vielleicht ihre Gedanken…

  20. Hans Olo sagt:

    Wissen Sie zufällig, wie oft diese Seite angeklickt wurde. Ich fürchte nicht so oft wie die Guten Gründe. Jedenfalls wurde ich nach Fukushima auch Atomkraftgegener. Damals berichtete man eben viel lieber über die angebliche „Nuklearkatastrophe mit 0 Toten. Über den Bruch des Fujinuma Staudammes (vom Erdbeben ausgelöst) hörte man nichts. Obwohl es dort 4 Tote gab.
    In Diskussionen mit Atomkraftgegnern wies ich oft darauf hin, dass die Wasserkraft sehr viel mehr Opfer forderte. Als Reaktion könnte man jetzt wohl erwarten, die alte Meinung, angesichts der Hunderttausenden Toten durch die Wasserkraft, zur revidieren. Doch das kam überhaupt nicht in die Frage. Stattdessen wurde mir gesagt, dass ein Atomunfall ja Millionen Jahre Verstrahlung auslöst. Jedoch gibt es kein Radionuklid, das in ausreichender Menge freigesetzt werden kann und eine so große Halbwertszeit hat. Auch eine Dekontamination kam ihnen nicht in den Sinn.
    Auschlaggebende Ereignisse in meinem Wandel zum Befürworter war die Erkenntnis, dass erneuerbare Energien einen viel höheren Platzverbrauch haben. Auch als ich das erste mal vom Bruch des Banqiao Staudammes gehört hatte, kam mir so langsam in den Sinn, dass die Atomkraft das kleinste Übel im Haufen der vielen Risikotechnologien ist.
    Ich hoffe, dass sich irgendwann die Wahrheit durchsetzen wird, auch wenn meine Hoffnung von Tag zu Tag schwindet. Obwohl man ja meinen könnte, dass sich die Wahrheit immer durchsetzt. Aber wann wird das passieren. Vielleicht in 100 oder 200 Jahren. Viel zu spät um unsere Stromversorgung noch zu retten (ohne gigantischen Flächenverbrauch und riesiges Risiko).
    Jedenfalls werde ich alles tun, um Seiten wie diesen zu größerer Aufmerksamkeit zu verhelfen.

    • Kritikalität sagt:

      Sie meinten vermutlich, Sie wurden nach Fukushima Atomkraftbefürworter. (Soll der Text in Ihrem Kommentar geändert werden?)

      Natürlich haben wir ein wenig die Rolle des Predigers in der Wüste, und eine weitere Verbreitung ist immer wünschenswert, deshalb vielen Dank, wenn Sie das versuchen. Wir müssten die Seite auch mal ein wenig „aufpeppen“ und mit Twitter- und Facebooklinks versehen. Momentan mangelt es aber etwas an der Zeit…

  21. Petscy sagt:

    Vor ein paar Wochen habe ich durch Zufall Ihre Seite gefunden und wollte anfangs kaum glauben, dass es noch Menschen in Deutschland gibt, die in Fragen der Kernenergie nicht dem Mainstream folgen, der so vehement und unreflektiert in den Medien vertreten wird. Ich möchte Ihnen zu der Seite gratulieren und werde sie unbedingt weiter empfehlen.
    Ich habe nach meinem Studium über 30 Jahre in der Reaktorsicherheitsforschung gearbeitet, war dabei mehrere Jahre auch in den USA und in Japan auf diesem Gebiet tätig. Nach dem Unfall in Fukushima wurde ich von vielen meiner Bekannten und Freunde, die wussten, dass ich auf diesem Gebiet gearbeitet habe immer wieder gebeten doch meine Meinung dazu einmal darzulegen. Ich habe daraufhin zwei Vorträge ausgearbeitet und in gemeinnützigen Institutionen gehalten. Es endete eigentlich immer wieder ähnlich. Die Lügen und Halbwahrheiten über die Kernenergie haben sich durch die ständige Wiederholung so tief in das Bewusstsein der Menschen eingegraben, dass sie für technische und wissenschaftliche Argumente nicht mehr zugänglich sind. Selbst physikalische Grundsätze werden dabei in Abrede gestellt.
    Ich hatte dies schon einmal während meiner Berufszeit erlebt, als ich einen Journalisten die Ziele unserer Großversuche erläutern wollte und er mir antwortete: Ich lasse mir doch nicht von ihren Argumenten meine Meinung kaputt machen.
    Es scheint in Deutschland so zu sein, dass man lieber der Angst vor dem Nichtverstandenen frönt als sich zu informieren. Dies war offensichtlich schon immer so, denn Bert Brecht sagte in seinem „Das Leben des Galileo“ zu seinem Schwiegersohn, den er zur Verkündigung seiner Entdeckungen nach Flandern schickte:
    Wer die Wahrheit nicht kennt ist nur ein Dummkopf.
    Wer die Wahrheit aber kennt und sie Lüge nennt, der ist ein Verbrecher.
    Gib acht wenn du durch Deutschland kommst, die Wahrheit unter den Rock!
    Alle meine Diskussionen zur Kernenergie endeten immer mit der Beantwortung der folgenden Fragenkomplexe, die sich in den Menschen festgesetzt hatten :
    Endlagerfrage ist „ungeklärt“
    Kernenergie ist unsicher (Störfälle in deutschen KKW)
    Kernenergie ist teuer (Subventionen der Kernenergie)
    Missbrauch radioaktiver Stoffe für Waffen
    Endliche Uranreserven
    Die „Atomlobby“
    Radioaktivität ist gefährlich
    Auch die besten nachvollziehbaren Argumente bringen die Menschen nicht von ihrer Meinung ab. Wie oft musste ich hören: Ich verstehe Ihre Argumente ja, aber bleibe bei meiner Meinung über die Kernenergie.
    Dass es eine Renaissance der Kernenergie geben wird, steht für mich außer Frage. Dazu wird es uns aber deutlich schlechter gehen müssen. Erst wenn unser Wohlstand verbraucht sein wird, werden die Menschen wieder anfangen nachzudenken. Für technisch sinnvolle Lösungen wird es dann wahrscheinlich in Deutschland zu spät sein.

    • Hermann Möss sagt:

      „Auch die besten nachvollziehbaren Argumente bringen die Menschen nicht von ihrer Meinung ab.“

      Stimmt, siehe selbst!

  22. Jan R. sagt:

    Mich überzeugen diese Argumente und ich finde es löblich, dass es Leute wie sie gibt, die auch einmal anders an das Thema herangehen. Ich bin viel auf YouTube unterwegs und diskutiere gerne mit anderen Usern , auch in der Schule diskutieren wir viel über dieses Thema. Leider vertreten heute auch „neutrale“ Lehrer diese Ansicht und erzählen uns all diese Märchen die auch in den guten Gründen vorgetragen werden. Ich hätte dennoch ein paar Fragen.
    1. Der Atommüll setzt sich so zumindest Wikipedia aus Uran, welches nicht gespalten wurde, aus Spaltprodukten und höheren Transuranen und Actinoiden zusammen. Einige dieser Stoffe sind sehr langlebig, zum Teil viele Millionen Jahre. Was geschieht mit diesen und in wiefern sind diese zu beachten bei der Endlagerfrage? 2. Es wird die Toxizität von Plutonium beschrieben, die unbestritten geringer ist als die anderer Stoffe, aber bei Plutonium spielt doch eher die Radioaktivität eine Rolle, wenn man nur 40 Nanogramm einatmet könnte man an Lungenkrebs erkranken. Wie groß ist also die Gefahr wenn dieses irgendwo austritt? 3. Kann man heute schon mit einem schnellen Brüter die 100-fache Menge ausnutzen, denn auch hier habe ich gelesen, dass heute erst das 60-fache genutzt werden kann.

    • Kritikalität sagt:

      Das intensive Studium dieser Webseite wird in Summe sicher weiterhelfen, daher soll hier nur kurz auf die Fragen eingegangen werden.

      1. Langlebig heißt entsprechend auch (sehr viel) weniger radioaktiv. Entscheidend für die Notwendigkeit der Endlagerung ist die aus der Aktivität resultierende Radiotoxizität und Volatilität der Reststoffe. Da kommt man selbst bei undichten Endlagern in Studien auf deutlich unter 1 mSv je Jahr Individualbelastung – deutlich bis sehr weit unter der natürlichen Belastung, aber möglicherweise über die absurd strengen Vorschriften (Deutschland: 0,3 mSv je Jahr). Als Richtlinie sieht man eher den Vergleich zur Toxizität derselben Menge Natururan – da spielen die Stoffe mit Millionen Jahren Halbwertszeit keine Rolle.

      2. Die Radiotoxizität pro Becquerel ist bei Plutonium (Alpha-Strahler) klar höher als bei Spaltprodukten (Beta-Strahler), wird aber auch von Wikipedia (bzw. den Quellen) stark übertrieben. Selbst bei Tierversuchen hat man erhöhte (nicht 100%) Krebsraten bei einigen 10000 Becquerel (einigen 10 Mikrogramm, gespritzt) festgestellt. Bei Verschlucken ist die Radiotoxizität bis zu 100 Mal kleiner. Da gibt es einige chemische Gifte, die bereits bei diesen Dosen tödlich wirken. Plutonium liegt zudem immer als Oxid (beständige Keramik) beim Transport und im Reaktor vor, es dürfte schwer sein, davon etwas unerwünscht einzunehmen.

      3. Beide Zahlen sind richtig, die ältere „60“ bezieht vor allem die begrenzte Abtrenngenauigkeit der Aufarbeitungsanlagen (nasser PUREX-Prozess) ein, welches aber wohl in spätestens wenigen Jahrzehnten auf trockene pyrochemische Verfahren (z.B. in Russland, Tschechien und Südkorea in Entwicklung) mit deutlich höheren Trenngenauigkeiten umgestellt wird. Dann erreicht man nahezu vollständiges Abbrennen aller Actinoide – fast 100% statt unter 1%. Hilfreich sind hierbei auch Schnellspaltreaktoren mit noch härterem („schnellerem“) Neutronenspektrum als der mit Natrium gekühlte Reaktor, etwa solche mit Blei als Kühlmittel, da dann auch die kleineren Mengen an sehr schlecht spaltbaren Actinoiden schneller abgebaut werden können.

      • Jan R. sagt:

        Vielen Dank für die schnelle Antwort. Ich habe mir diese Seite sehr intensiv studiert ( außer einigen Quellen) und ich habe mir die Antworten auf meine Fragen schon irgendwie denken können, habe die Fragen aber trotzdem gestellt, da ich kein Experte bin. Wikipedia habe ich nur angeführt, weil es bei diesem Thema immer großen und ganzen sehr sachlich ist und sich auch einiges mit dem in den 100 guten Antworten deckt. Ich interessiere mich sehr für dieses Thema, auch weil ich in Schleswig-Holstein lebe und hier ja bekanntlich viele Windräder stehen sollen, zudem wird hier überall Mais angebaut. Dazu gibt es einen Satz:“ Früher konnte ein Eichhörnchen von Dänemark bis nach Hamburg nur durch Wald, heute kann ein Wildschwein von Angeln bis nach Nordfriesland nur durch Mais.“ Deshalb gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass gerade hier Leute einmal vernünftig werden oder zumindest nicht mehr alles glauben was man ihnen erzählt

    • Ursula edelmann sagt:

      Sehr geehrter Herr Jan R., diese Fragen die Sie gerade in Ihrem Beitrag
      aufgeworfen haben, werden alle beantwortet im Internet unter der Homepage
      http://www.Dual Fluid Reaktor.de. Dort können Sie sich umfassend informieren.

  23. Jan R. sagt:

    Ich hoffe es nervt nicht, wenn ich noch eine weitere Frage stelle, denn bei der Recherche im Internet fand ich bloß Quellen, die sich auf die Greenpeacestudie stützten. Es geht um Kohlekraft, meine Frage dreht sich um die Rentabilität dieser Technik. Ist es ökonomisch sinnvoll Kohlekraft zu betreiben, ungeachtet von Emissionsrechten oder der Ökodteuer oder ist es nur mit Subventionen möglich?

    • Kritikalität sagt:

      Soweit bekannt, wird nach Deutschland importierte Kohle nicht subventioniert, die Kraftwerke sowieso nicht. Je nach Blockgröße und Brennstoffpreis (von dem die Stromgestehungskosten hauptsächlich abhängen) findet man Stromerzeugungskosten um 2,5 bis 4 Cent je kWh. Wenn aber, wie hierzulande, die Kraftwerke schlecht ausgelastet werden (was obendrein durch ständiges Anfahren den Wirkungsgrad verschlechtert und den Verschleiß erhöht), so können die Kosten auch über dem Börsenpreis liegen (schwankend, meist 4,5 bis 7 Cent je kWh). Dann verwundert es nicht, dass man hier auch an Abschaltung denkt.

      • Hermann Möss sagt:

        Wie hoch ist die Masse des Brennstoffs (brutto/netto), der sich in der Spaltzone befindet?
        Ist es richtig, dass ca. 10 % des Uran-238 in der Spaltzone direkt gespalten werden und wie wäre der Prozentsatz für die anderen gängigen Aktiniden?

        lg

        Hermann

  24. Hermann Möss sagt:

    Das war wirklich eine Überraschung für mich, auf Ihre Seite zu stoßen!
    In den 1980er Jahren absolvierte ich ein Maschinenbaustudium und wandte mich nebenbei dem Wahlfach Kerntechnik aus Leidenschaft zu. Trotz unzähliger Anfeindungen hat mich seitdem dieses Thema nicht mehr losgelassen und ich versuchte immer auf den neuesten Stand zu bleiben.

    Geradezu genial ist Ihre Idee, bei der Prozeßführung immer nur einen Bruchteil (!) des flüssigen (!) Brennstoffinventars zu Spaltprozessen mit schnellen (!) Neutronen heranzuziehen und gleichzeitig eine Senke (!) für die Spaltprodukte zu integrieren.

    Sie haben damit den gordischen Knoten durchtrennt und das (technische) Problem mit der Kernspaltung gelöst! Jetzt kommt der schwierigste Teil: Die Politik.

    • Kritikalität sagt:

      @Herr Möss:
      Die Beantwortung Ihrer Frage zum DFR (so die Vermutung) ein wenig weiter oben soll mal hier geschehen, weil das vom Lesefluss günstiger ist. Dieser Blog ist thematisch aber dafür nicht geeignet, hier sei die DFR-Facebookseite

      https://www.facebook.com/DualFluidReaktor

      oder der direkte Kontakt
      kontakt@festkoerper-kernphysik.de
      empfohlen.

      Im DFR beträgt der Anteil direkter Spaltungen an dem besonders schlecht spaltbaren U-238 an den gesamten Spaltungen etwa 3% bis 4%, das Neutronenspektrum ist etwas härter als bei einem natriumgekühlten Reaktor. Das U-238 wird hauptsächlich in Pu umgewandelt, welches dann komplett gespalten wird. Somit wird alles U-238 genutzt. Alle anderen „gängigen Aktiniden“ (etwa aus einem abgebrannten Brennelement), welche vor allem Transurane sind, werden praktisch zu 100% gespalten, wenige vorher zu gut spaltbaren Isotopen umgewandelt.

      In der DFR-Spaltzone werden sich wohl ein bis wenige 10 Tonnen Aktinide befinden.

    • Kroll sagt:

      Flüssigsalzreaktoren sind keine neue Idee, sie wurden in den USA schon in den 60gern ausprobiert. die Forschung wurde jedoch zu Gunsten Natriumgekühlter Reaktoren weitgehend eingestellt. Danach haben die Sovietunion (bis heute in Tschechien fortgesetzt), die Franzosen, und Japaner geforscht, allerdings hatte immer der Natriumgekühlter Brüter Vorrang bei der Finanzierung. Die Ersten die ein Gut Finanziertes Forschungsprojekt gestartet haben sind die Chinesen (2011).
      Dass Flüssigsalzreaktoren relativ unbekannt sind ist verständlich. Irgendwo habe ich gelesen dass mann dass gesamte Kerntechnik Studium beenden kann und nur an einer Vorlesungstunde Brüter besprochen werden. Relativ Verständlich, deutsche Kerntechniker werden wohl nie einen arbeitenden Brüter auf Deutschen Boden zu sehen bekommen, bald gibt es eh nur noch Jobs beim Rückbau und Endlagerung für sie…

  25. Jan R. sagt:

    Hallo liebes Kritikalität-Team,
    Kennen sie ein paar objektive Quellen zu Fukushima?
    Ein paar haben sie verlinkt, wovon leider einige nicht mehr gehen, wäre sehr nett, wenn sie noch einmal ein paar nennen könnten.
    Danke im voraus.

    • Kritikalität sagt:

      Lieber Herr R.,

      durch Ihre Anregung sind uns tatsächlich wieder einige ungültige Links aufgefallen, unter anderem jener auf #28 zur sehr ausführlichen Seite der World Nuclear Association (WNA). Dieser ist wieder korrekt. Falls Sie ganz bestimmte Links meinen, die nicht nur Fukushima behandeln, geben Sie sie doch einfach hier an. Vielen Dank.

    • Kritikalität sagt:

      Leider bleibt diese „Quelle“ (wenn man die Süddeutsche so bezeichnen kann) den Nachweis der angeblichen Subventionen, die dann angeblich vertuscht werden sollten, schuldig. Tut uns leid, reine Phantasie hat bei unseren 100 guten Antworten nichts zu suchen.

      Kritikalität

      ——————
      PS: Zählt man „indirekte Kosten“ auch bei den „Erneuerbaren“ hinzu, dann dürften sich deren ohnehin schon enorme Subventionen nochmals verzehnfachen. Das müsste Oettinger dann bitte auch in den Bericht schreiben, denn wir wollen die „Erneuerbaren“ doch nicht einseitig behandeln, oder?

  26. Bluecher sagt:

    Wer kann den diese Argumentation des Umweltinstituts in München einmal fachlich auseinander nehmen. Ich sehe mich derzeit technisch dazu nicht in der Lage.

    Das Teil kam heute per Email bei mir rein. Ich weiß nicht, wie ich auf deren Verteiler gekommen bin.

  27. zivilist sagt:

    Hier kommt der alte Atomkraftgegner direkt von einer Diskussion bei sputniknews über die Massenvernichtungswaffe Depleted Uranium (DU) der Willigen.

    Zuerst war jedes Mittel recht, um zur Atombombe zu gelangen, dann wurde Rickover’s Ubootmotor (Siedewassereeaktor) zur Stromerzeugung genutzt, mit dem Ergebnis, daß für Jahrtausende strahlender Müll in der Gegend rumgekarrt wurde, dann hat Naturwissenschaftlerin Merkel die Laufzeiten verlängert, um sie dann, Schadensersatzmaximierend, zu verkürzen.

    Dazu kann man nur sagen: lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.

    Wenn der DFR es möglich macht, den Dreck loszuwerden, gewissermaßen die atomare Müllverbrennung, her damit !

    Fusionsreaktor ist ja bereits bei einer Größe angelangt, die das Netz gerade noch verkraften konnte, nicht optimal.

    Wie steht es denn mit der Größe (Leistung) des DFR (minimal – maximal) ?

    In einem ‚Contra‘ las ich, daß der DFR zur Waffenproduktion taugt (Thoriummodus?), was ist dran ?

  28. Philip Preißer sagt:

    Im Internet ist es schwer Wahrheit von Lüge zu unterscheiden wenn einem das Basiswissen nicht verständlich erklärt wird. Und viele Menschen sind einfach überfordert. Und was machen überforderte Menschen? Sie glauben einfach der wahr-scheinlichen Meinung.

    Ich selbst bin nur solange gegen Atomenergie, solange die Endlagerung ein Problem ist oder kein fairer Markt mehr existiert weil die Anlagen zu massiv werden und die Konzerne zu groß.

  29. Maier sagt:

    1. Zum Thema „Motivation“ fiel mir auf , dass sich keine „echte Person“ hinter dieser Seite zu erkennen gibt…

    2. Mich stört an der Kernenergie – unabhängig von allen Fakten, die vielleicht für sie sprechen – , dass über Jahrzehnte hinweg von allen !! Seiten gezielt Falschinformation verbreitet wurde. Und da darf sich- mit Verlaub- auch die Atomindustrie nicht davon ausnehmen.
    Ich erinnere mich da z.B. an die Anfänge der Kernreaktoren, die unter dem Deckmantel der Energiegewinnung zur Herstellung von Atombomben genutzt wurden. Oder an eine tagelange Unklarheit über die messbar erhöhten Strahlenwerte nach Tschernobyl. An einen Unfall in Windscale, von dem die Bevölkerung unzureichend informiert wurde. Etc.

    Ich erinnere mich noch gut an 1986. Es war für mich als kleines Kind traumatisch: das Gemüse aus dem Garten war nicht mehr essbar, man durfte nicht mehr draußen spielen. Jetzt rechnen wir mal aus, wievielen Kindern das wohl genauso ging… Und dann nennen Sie mir einen anderen Unfall in der Industriegeschichte, der ein ähnlich großes Gebiet betraf. Und dann stellen wir uns mal die Frage, ob wir uns wirklich sicher sind, dass nie wieder eine nukleare Katastrophe passieren könnte. Wo Menschen sind, können Fehler passieren.
    Woher nehmen Sie die Gewissheit, dass der Mensch gerade bei diesem Thema in Zukunft unfehlbar ist?
    Sie argumentieren mit Fakten. Das ist völlig legitim und überzeugend. Ich bin allerdings der Ansicht, dass ab einer bestimmten -raum- und zeitübergreifenden- Dimension eines Themas (nicht nur Atomenergie, auch andere wie z.B. Überfischung der Meere, Klimawandel) nicht nur die Naturwissenschaft und Politik mitdiskutieren sollten, sondern auch die Philosophie. Und dann stellen sich plötzlich ganz andere Fragen: wieviel Risiko sind wir als menschliches Kollektiv überhaupt bereit zu tragen? Wie werden mögliche Opfer entschädigt (s. Menschen, die in Fukushima ihre Häuser verloren haben)? Wem gestatten wir (weltweit), Atomstrom zu produzieren (Stichwort: Atombombe). Wie werden die finanziellen/logistischen Lasten der Entsorgung – auch weltweit – verteilt (siehe Verklappung von Atommüll)? Darauf habe ich bisher keine Antwort. Haben Sie eine?

    • FHerrmann sagt:

      „Ich bin allerdings der Ansicht, dass ab einer bestimmten -raum- und zeitübergreifenden- Dimension eines Themas (nicht nur Atomenergie, auch andere wie z.B. Überfischung der Meere, Klimawandel) nicht nur die Naturwissenschaft und Politik mitdiskutieren sollten, sondern auch die Philosophie.“

      Exakt.
      Bertrand Russell umschrieb die Philosophie im Vorwort zu seiner „Philosophie des Abendlandes“ als „Disziplin, die das Niemandsland zwischen Naturwissenschaft und Theologie einnimmt“. Hier steckte gewiss ein wenig „typisch britisches Understatement“ dahinter; doch meines Erachtens nach verkleinerte er dadurch sein eigenes Gebiet zu sehr. Die Philosophie, wie ich sie sehe, ist eine Gesamtwissenschaft, von der alle anderen Wissenschaften – Physik, Mathematik, Sprachwissenschaften, Kunst, Psychologie, Politik, etc. – Spezialfälle sind. Weitreichende Fragen, wie die nach der Energieerzeugung, gehen daher immer auf philosophische Grundprobleme zurück, wie die des Verhältnissen zwischen Mensch und Natur, bzw. Intelligenz/Vernunft und Kosmos.

      Im Jahr 1986 war ich sechs Jahre alt und wohnte mit meinen Eltern in Köln, in der Wohnung unter uns lebte ein Biologieprofessor, den meine Eltern aus irgendwelchen Gründen nicht mochten – meine Mutter erzählte mir jedoch eines Tages, der Professor habe sich einen Geigerzähler gekauft, der zum Messen von Radioaktivität diene (ich wusste, dass es sich dabei um irgendetwas Gefährliches handelte), er halte ihn nun an alles Mögliche, vor allem aber an die Lebensmittel, die er sich kaufe. „Hat er ihn auch an den Rhein gehalten?“ fragte ich interessiert. Das wusste meine Mutter nicht. Sie hatte auch kein Strahlenmessgerät. In diesem Jahr versuchten viele Eltern, ihre Kinder so gut wie möglich daran zu hindern, ins Freie zu gehen; meine taten das nicht. Ich spielte nach wie vor im Sandkasten, auf der Wiese, am Aachener Weiher. Dies mag einer der Gründe sein, weswegen ich später die weitverbreitete Angst der Deutschen vor der Kernenergie nicht nachvollziehen konnte.
      (Aus einem Text von mir: http://nuklearia.de/2016/08/20/die-wolke-gudrun-pausewang/)

      Man sieht daran, dass jede menschliche Entscheidung letztlich eine „Bauchentscheidung“ ist, d.h. sie beruht nach Schopenhauer nicht auf Vernunft, sondern auf Verstand-Gefühl, die er als eine Einheit sah, in dem Sinne, dass beide, im Gegensatz zur Vernunft, nicht auf abstrakten Begriffen beruhen, sondern auf unmittelbarer Anschauung und Wahrnehmung. Als im Jahr 2011 die Deutschen massiv gegen Kernkraftwerke auf die Straße gingen, war es eine Emotion, ein tiefsitzendes Gefühl der Befremdung, das mich davon zurückhielt, mich ihnen anzuschließen. Die Angst vor der Technik, die Angst vor der Zukunft, das Geschrei „Zurück! Zurück! Wir sind zu weit gegangen! Wir müssen umkehren, sonst droht Verderben!“ waren für mich nicht nachvollziehbar; ich gründete stattdessen mit einigen Anderen die Nuklearia, zuerst als Arbeitsgruppe in der Piratenpartei; später als unabhängigen Verein. Bei einem Vortrag, den ich in Erlangen zu diesem Thema hielt, bemerkte ein junger Mann bei der Diskussion im Anschluss, die Deutschen sollten sich in höherem Grade der Logik befleißigen, um die Vorteile der Kernenergie einzusehen. Doch Logik ist hier nicht gefragt, denn sie ist nur so leistungsfähig, wie die Ausgangsdaten, die man in sie hineinsteckt („Alle Menschen sind Ameisen, keine Ameise ist leichter als 1000 Tonnen, also wiegt jeder Mensch mindestens 1000 Tonnen“ – ist logisch vollständig korrekt); außerdem werden Entscheidungen eben letztlich nicht unter Benutzung abstrakter Begriffe, sondern emotional getroffen. (Die abstrakten Begriffe werden allerdings oft hinterher herangezogen, um die Entscheidung zu begründen oder zu rechtfertigen – wie immer man es sehen mag.)

      Doch man darf die Begriffe, oder eben die Vernunft, nicht unterschätzen: Um Wissen zu sammeln, aufzuschreiben, an spätere Generationen weiterzugeben, die Arbeit vieler Menschen zu koordinieren und dadurch komplexe Technologien und Erfindungen, wie Computer, Internet, Kernenergie, Raumfahrt, etc., zu realisieren, ist sie unverzichtbar! Sie hat auch noch eine weitere Bedeutung für uns, die auf ihrem Zusammenwirken mit Gefühl und Intuition beruht (Schopenhauer selbst machte sich diesen letzten Punkt nicht vollständig klar):

      Phantasie ist nicht zwingend an Vernunft gekoppelt, was man, so Schopenhauer, daran sieht, dass Tiere träumen. Beim Menschen spielt sich die Phantasie jedoch auf einer anderen Ebene ab, sie nimmt spekulative Form an: „Was wäre wenn?“ Wir können, unter Einsatz abstrakter Begriffe, völlig fiktive Szenarien ersinnen, uns selbst an fremde Orte versetzen, die wir nie gesehen haben, die vielleicht gar nicht existieren, die Welt im Geiste von Grund auf neu gestalten, ja sogar surrealistische Universen konstruieren, in denen z. B. die Kausalität außer Gefecht gesetzt ist (bzw. bei Schopenhauer der Satz vom Grunde, dessen einfachste, auf materielle Objekte bezogene Form, die Kausalität ist). Diese spekulative Phantasie ist es, die es dem Menschen prinzipiell unmöglich macht, auf irgendeiner Entwicklungsstufe stehenzubleiben, denn es wird immer irgendjemanden geben, der einwirft: „Könnte es nicht auch so und so sein? Könnten wir das und das nicht völlig anders angehen, auch wenn wir es jahrhundertelang auf eine gewisse Weise gemacht haben?“ Das Konzept „Nachhaltigkeit“ — in seiner reinen Form: Beibehaltung eines bestimmten Zustands für möglichst lange Zeit — widerspricht offensichtlich der neuropsychologischen Beschaffenheit des Menschen, es verträgt sich nicht mit der spekulativen Phantasie, die aus einer Verschmelzung von reiner, intuitiver Phantasie und abstrakter Vernunft entsteht.
      (In diesem Text führe ich meine Kritik der Nachhaltigkeit weiter aus: https://web.archive.org/web/20131009145008/http://nuklearia.de/2013/05/28/brief-an-die-nachhaltigkeit/)

      Das bedeutet, dass die Menschheit nie in irgendeinem Zustand verharrt, sondern sich permanent weiterentwickelt. Selbst wenn das „Ist“ als idyllisch empfunden wird – und die Steinzeitmenschen mögen ihren Zustand durchaus als idyllisch empfunden haben –, schreitet die Menschheit, getrieben von spekulativer Phantasie, immer weiter voran. An dieser Stelle kommen wir mit Schopenhauer nicht weiter, wir müssen Nietzsche heranziehen, der den Menschen nur als Vorstufe zum Übermenschen sah. Die Technologie betrachtete er allerdings ablehnend.

      Doch die Kraftverstärkung, die die Technologie uns ermöglicht, hat uns in gewisser Hinsicht schon zu Proto-Übermenschen gemacht. Man drückt dies mathematisch durch den sog. Erntefaktor oder EROI (Energy returned on investment) aus. Er gibt das Verhältnis an von der Exergiemenge, die zur Herstellung und Instandhaltung einer Energiequelle benötigt wird, zu jener, die sie während ihres Betriebs liefert. (Exergie ist gerichtete Energie, d.h. mechanische Kraft oder elektrischer Strom; zu unterscheiden von Anergie – ungerichtete Energie, z. B. Wärme.) Erneuerbare Energiequellen (mit Ausnahme Wasserkraft) haben EROIs kleiner als 20, Photovoltaik und Biomasse sogar weniger als 4; fossile Energie um 30, Leichtwasserreaktoren 75. Man kann sich dies in folgendem Sinne veranschaulichen: Für jeden Handgriff, den ein Mensch tut, tätigt die Maschine 75. Das ist, was ich mit „Proto-Übermenschen“ meine. Durch die Industrialisierung, die ohne fossile Kohlenwasserstoffe unmöglich gewesen wäre, stieg unsere Fähigkeit, die Welt zu gestalten, enorm an.

      Es zeigt auch, dass der Leichtwasserreaktor das Potential der Starken Wechselwirkung bei weitem nicht ausschöpft, denn das Kraftverhältnis zwischen Elektromagnetismus (der hinter chemischen Verbrennung steckt) und Kernkräften liegt nicht etwa bei 2.5, sondern bei 2 Millionen. Neue, hocheffiziente Varianten des Kernreaktors mit schnellem Neutronenspektrum und komplettem Recycling des Brennstoffs – die darüberhinaus auch die Abfälle der Leichtwasserreaktoren aufzubrauchen vermögen und dadurch Langzeitendlager überflüssig machen – werden den EROI der Kernkraft substantiell steigern, auf 2000 – 5000. Dies dürfte einen Sprung der menschlichen Fähigkeiten auslösen, der den durch die Industrialisierung im 19. und 20. Jahrhundert bewirkten noch weit in den Schatten stellen wird. Regelmäßige, bemannte Raumfahrt zu den Planeten des Sonnensystems, vollautomatisierte Fabriken, Plasmarecycling aller Abfälle, Multimaterial-3D-Druck beliebiger Gegenstände rücken damit in den Bereich des Möglichen, wie auch des ökonomisch Machbaren.

      Manche werden nun einwenden: „Aber würde es uns glücklich machen? Was, wenn sich herausstellt, dass Technotopia letztlich ein trübsinniger, einengender, beklemmender Ort ist?“ Eine mögliche Antwort wäre: Ist Glück wirklich unser Hauptziel? Die Urmenschen waren wohl aus ihrer eigenen Sicht glücklich. Sollten wir als Ziel menschlicher Fortentwicklung nicht eher die Ausweitung unserer Fähigkeiten und unseres Wissens über die Welt ansehen?

      Man kann natürlich die sich aus hohen EROIs ergebenden Gestaltungsfähigkeiten auch zu schlimmen Zwecken anwenden, z. B. zur (von Nietzsche glorifizierten) Kriegführung. Menschen müssen sich entscheiden, was sie mit ihren Fähigkeiten anstellen; welche Entscheidung sie fällen, ist emotional bedingt. Dabei ist jedoch Angst (nicht zu verwechseln mit Vorsicht, die sehr nützlich sein kann) die schlechtmöglichste Emotion, von der man sich leiten lassen kann. Schon einmal (1933-45) wurden die Deutschen von Angst und Ressentiments ins Verderben gestürzt. Es wäre daher an der Zeit, dass sie sich an anderen Gefühlen orientieren, Optimismus wäre nicht das übelste. Das Verharren in einem bestimmten Zustand, wie das Nachhaltigkeitsdogma es letztendlich fordert, verträgt sich nicht mit der spekulativen Phantasie, einer Grundeigenschaft der Menschen. Das wir zu Energiequellen mit höherem EROI fortschreiten, ist daher fast unvermeidlich. Wir sollten also, statt uns zu Windmühlen und Komposthaufen zwangsweise zurückzuentwickeln, „die Zukunft erobern“ (wie Simone de Beauvoir es in „Das andere Geschlecht“ formulierte), und diese Zukunft so lebensbejahend wie möglich gestalten. Dabei sind die Naturwissenschaftler ebenso gefragt wie die Philosophen, Politiker und Künstler (wobei, nach meinen Überlegungen, sie alle letztlich Philosophen sind!).

      Es gibt nur ein Risiko, dass Menschen weder individuell noch als Kollektiv zu tragen vermögen: Das Risiko des Stillstands.

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