#68: Treibhauseffekt

Behauptung: Atomstrom ist nicht CO2-frei.

Die EWS behaupten (Originalgrund)

Uranabbau, Uranerzaufbereitung und Urananreicherung verursachen erhebliche Mengen klimaschädlicher Treibhausgase. Schon heute hat Atomstrom deswegen eine schlechtere CO2-Bilanz als Strom aus Windkraft und sogar als Strom aus kleinen gasbetriebenen Blockheizkraftwerken. Künftig wird diese Bilanz noch schlechter ausfallen: Je geringer der Urangehalt im Erz, desto mehr (fossile) Energie verschlingt der Uranabbau.

„Weiterführende Informationen” der EWS

Richtig ist …

Alle energetischen Aufwendungen zusammen machen bei der Kernenergie nur 1% des erzeugten Stroms aus. Selbst ohne Berücksichtigung der sehr energieintensiven und viel Beton benötigenden Speichertechnik, die bei einer vollständigen Umstellung auf „erneuerbare” Energien unumgänglich wird, machen diese Aufwendungen bei Windenergie 6% und bei Photovoltaik sogar 30% aus. Entsprechend verhalten sich die CO2-Emissionen, vorausgesetzt diese sogenannte „graue Energie” muss mit fossilen Energieträgern bereitgestellt werden. Die Kernenergie schneidet damit unter den „emissionsfreien” Energien in der ganzheitlichen CO2-Bilanz – und nur auf diese kommt es an – mit Abstand am besten ab.

Der Vergleich mit gasbetriebenen Blockheizkraftwerken ist nicht zulässig, denn dort wird die genutzte Abwärme in die CO2-Bilanz mit einbezogen. Nutzt man die Abwärme auch bei Kernkraftwerken, wie es zum Beispiel im französischen Pierrelatte vorgeführt wird, sieht die Bilanz für Blockheizkraftwerke wieder ziemlich schlecht aus. Und bei Windkraft- und Photovoltaikanlagen sähe es dann noch schlechter aus, denn Abwärme gibt es dort gar nicht.

Bei vollständiger Umstellung auf die jeweilige Form der Stromerzeugung werden die Verhältnisse noch drastischer, denn die „graue Energie” wird nun ebenfalls emissionsärmer. Bei der Urananreicherung, die 0,4% des erzeugten Nuklearstroms beansprucht, ist diese Umstellung bereits im Gange, wie die Anlage im französischen Tricastin belegt. Bei Windenergie hingegen ist eine vollständige Umstellung gar nicht möglich, denn Windkraftanlagen benötigen viel Beton – 8 bis 40 mal so viel wie Kernkraftwerke – und dessen Herstellung ist auch nach einer kompletten Umstellung der Energieversorgung noch genau so CO2-intensiv.

Übrigens sind nur 0,25% des erzeugten Nuklearstroms dem Uranabbau und der Uranerzaufbereitung geschuldet, aber durch einen konsequenten Ausbau der Kernenergie kann auch dieser Anteil auf Null-Emissionen reduziert werden. Hochtemperaturreaktoren wie der THTR-300 in Hamm-Uentrop, der von der Antiatombewegung boykottiert wurde, können sogar chemische Brennstoffe erzeugen und damit Benzin und Heizöl ersetzen. Damit kann der gesamte Sektor „Wärme” und „Verkehr” CO2-emissionsfrei werden, ohne dass man auf sagenhafte Innovationen warten müsste, wie sie bei den „Regenerativen” ständig versprochen werden, aber nie zu sehen sind.

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