#69: Klimaschutz

Behauptung: Atomkraft rettet das Klima nicht.

Die EWS behaupten (Originalgrund)

Atomkraft deckt nur gut zwei Prozent des Weltenergieverbrauchs. Mit solch einer Nischentechnik rettet man das Klima nicht.

Im Gegenteil: Atomkraft blockiert den Ausbau der Erneuerbaren Energien, verhindert die Energiewende, animiert zur Stromverschwendung und bindet Kapital, das wir für zukunftsgerechte und nachhaltige Energiesysteme benötigen.

„Weiterführende Informationen” der EWS

Richtig ist …

Die tatsächlichen Fakten liegen genau umgekehrt. Wind- und Solarenergie spielen trotz massiver Subventionen mit einem weltweiten Stromanteil von 3% eine marginale Rolle, während die Kernenergie mit 12% (2011) schon ein kleines Schwergewicht ist. In den Industrieländern ist der Anteil noch erheblich höher: 19% in den USA, 47% in Schweden und sagenhafte 79% in Frankreich. Dort macht man sich um die Emissionsziele keine Sorgen: Obwohl vom Kyoto-Protokoll gar nicht gefordert (die Emissionen waren bereits sehr niedrig), gingen die CO2-Emissionen zwischen 1990 und 2007 um 5,3% zurück – trotz eines um 30% gestiegenen Stromverbrauchs.

Die flächenhungrigen, ineffizienten und CO2-intensiven „Erneuerbaren Energien” blockieren schon heute, ohne Berücksichtigung noch anstehender Energiespeicher, den Ausbau der emissionsarmen und umweltfreundlichen Kernenergie, animieren zur Geldverschwendung und vernichten Kapital, das wir für zukunftsgerechte und nachhaltige Energiesysteme benötigen.

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2 Kommentare zu #69: Klimaschutz

  1. Christoph Barthe sagt:

    Die von EWS genannten 2% beziehen sich nach meiner Erinnerung auf den Endenergieanteil. Ich habe nicht nachvollziehen können, ob diese Zahl überhaupt richtig ermittelt wurde. Es ist aber auch egal, weil der Anteil am Gesamt-Energieverbrauch unwichtig ist. Viel wichtiger ist der Anteil den Kernenergie zur CO2-freien Energieversorgung beiträgt. Auf Basis Primärenergie waren das in 2011 für die Welt: 28% und für die OECD 52% – ermittelt aus den Zahlen der IEA Key World Energie Statistics 2013.
    Wenn man außerdem berücksichtigt, dass der beträchtliche Anteil von Biofuels&Waste in der Kritik steht, gar nicht so nachhaltig zu sein, im Hinblick auf möglichen Verlust von Artenvielfalt, Bodenerosion, Überdüngung und Konkurrenz zum Anbau von Nahrungsmitteln, dann ist das Gewicht der Kernenergie noch größer – und damit auch der Schaden für eine nachhaltige, also insbesondere auch klimaverträgliche Energieversorgung wenn man auf Kernenergie verzichtet.

    Übrigens hat mir gut gefallen, dass Sie sich nicht die Klimaskepsis vieler Befürworter von Kernenergie zu eigen machen.

    Gruß

    CB

  2. Christoph Barthe sagt:

    Die 2% ergeben sich, wenn man den Stromanteil an der „Final Consumption“ multipliziert mit dem Nuclear-Anteil an der Stromerzeugung, mit den Zahlen für 2011 aus den Key World Energy Statistics 2013 der IEA. Der Anteil der Kernenergie an der klimaverträglichen Final Consumption ist hiernach 9%. Mehr als die Hälfte der klimaverträglichen Final Consumption kommt aber aus „Biofuels&Waste“, wovon zumindest die Nachhaltigkeit von Biofuels zweifelhaft ist. Weitere 13% kommen aus Wasserkraft, die man nicht beliebig ausbauen kann. Daran wird deutlich, wie groß die Bedeutung der Kernenergie für eine nachhaltige Energieversorgung wirklich ist.

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