#58: Maulkorb für Experten

Behauptung: Um Gorleben als Endlager zu ermöglichen, verpasste die Bundesregierung ihren Geologen einen Maulkorb.

Die EWS behaupten (Originalgrund)

Professor Helmut Röthemeyer, einst höchster staatlicher Endlagerexperte, kam 1983 nach einer Vielzahl von Probebohrungen zu dem Schluss, dass das von einer eiszeitlichen Rinne durchzogene Gestein über dem Salzstock Gorleben nicht in der Lage ist, »Kontaminationen auf Dauer von der Biosphäre zurückzuhalten«. Seine Kollegen und er wollten daher die zusätzliche Erkundung anderer Standorte empfehlen. Die CDU/FDP-Bundesregierung intervenierte, auf ihren Druck verschwand die Empfehlung aus dem Gutachten. Bis heute behaupten CDU, FDP und Atomlobby, der Salzstock in Gorleben sei als Endlager geeignet.

„Weiterführende Informationen” der EWS

Richtig ist …

„Ich kann überhaupt nicht nachvollziehen, wieso ich heute als Gorleben-Gegner gelten soll.” sagt Professor Helmut Röthemeyer dazu selbst in einem Stern-Interview. Und weiter im Gorleben-Untersuchungsausschuss. „Ich möchte noch mal betonen, dass es in diesen Punkten nicht ein Fitzelchen einer Beeinflussung gegeben hat, wirklich nicht.“

Dies steht auch nicht im Widerspruch zu den Aussagen über das Gestein oberhalb des Salzstocks. Denn nicht das Gestein, sondern das Salz soll die eingelagerten Abfälle von der Biosphäre fernhalten.

So ist es denn auch nicht verwunderlich, dass Röthemeyer den Salzstock Gorleben nach den bisherigen Erkundungsergebnissen für „ideal geeignet” hält. Heute, 35 Jahre nach der Erstbegutachtung und 10 Jahre nach dem sinnlosen Erkundungsmoratorium bleiben ihm nur noch folgende Worte: „Viele Jahre sind hier nutzlos verstrichen. Die Erkundung des Salz­stocks Gorleben sollte nun zügig wieder aufgenommen werden, damit nicht auch hier un­sere Enkel- und Urenkelgeneration unsere Probleme lösen muss.“. Dem ist nichts hinzuzufügen.

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