#14: Mangelhafte Grenzwerte

Behauptung: Die Strahlenschutz-Grenzwerte nehmen Strahlenschäden in Kauf.

Die EWS behaupten (Originalgrund)

Noch heute werden die zulässigen Emissionen von Atomanlagen anhand eines fiktiven ›reference man‹ berechnet. Der ist stets jung, gesund und männlich. Dass ältere Menschen, Frauen, Kinder, Kleinkinder und Embryos zum Teil deutlich empfindlicher auf radioaktive Strahlung reagieren, fällt dabei unter den Tisch.

Die internationalen und nationalen Strahlenschutz-Grenzwerte nahmen von Anfang an Strahlenschäden der Bevölkerung in Kauf. Es ging darum, »einen vernünftigen Spielraum für die Expansion der Atomenergieprogramme« zu gewährleisten.

„Weiterführende Informationen” der EWS

Richtig ist …

Die Autoren bedienen sich offenkundig des Argumentum ad misericordiam (Mitleidsargument), die Aussage ist jedoch absolut irrational. Grenzwerte für Emissionen aus Kernkraftwerken orientieren sich nicht am ›reference man‹, sondern an der natürlichen Radioaktivität, der bislang bei allen Personen keinerlei schadhafte Wirkung nachgewiesen wurde. Die Behauptung des IPPNW, die IAEA (International Atomic Energy Agency) würde die WHO für ihre Zwecke knebeln, soll auch noch als Beispiel für die hier unterstellte Rücksichtslosigkeit der „Atomindustrie“ herhalten, wie man dem angefügten Dokument des IPPNW-Artikels entnehmen solle. Dort wird aber eine wechselseitige Kooperation auf Augenhöhe beschrieben, von einer Knebelung kann gar keine Rede sein.

Die maximalen hypothetischen „Belastungen” in der unmittelbaren Umgebung eines KKW betragen selbst unter extrem konservativen Annahmen nicht mehr als 1% der natürlichen, wahrscheinlich sogar nur 0,05% bis 0,1%, entsprechend einigen Mikrosievert pro Jahr. Zum Vergleich: Allein der Verzehr einer Banane „belastet“ den Körper mit 0,1 Mikrosievert (Kalium-40). Die „Belastung“ durch natürliche Strahlung beträgt im Mittel 6 Mikrosievert pro Tag in Deutschland und 20 Mikrosievert pro Tag gemittelt über Finnland. In Deutschland schwankt die „Belastung“ von 5 bis 12 Mikrosievert pro Tag über der Landkarte. Damit ist allein die Schwankung der Tagesdosis 70-mal größer als die „Belastung“ einer Banane und ein paar Mal so groß wie die Jahresbelastung durch Kernkraftwerke.

Wie die Fachzeitschrift „Nature” 2011 berichtete, zeigen britische Studien eindeutig, dass eine Erhöhung der Krebsrate bei Kindern in der Nähe von Kernkraftwerken auch über einen Zeitraum von 35 Jahren nicht erkennbar ist.

Unsere Quellen

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