#70: Effizienzniete

Behauptung: Atomkraft ist pure Energieverschwendung.

Die EWS behaupten (Originalgrund)

Physikalisch bedingt können Atomkraftwerke nur etwa ein Drittel der bei der Kernspaltung freigesetzten Energie in Strom umwandeln. Die restlichen zwei Drittel heizen – ökologisch schädlich – die Flüsse und die Atmosphäre auf. Selbst Kohlekraftwerke haben einen besseren Wirkungsgrad.

„Quellen” der EWS

Richtig ist …

„Physikalisch bedingt” ist blanker Unfug. Schon der Hochtemperaturreaktor, von der Antiatombewegung stillgelegt, konnte über die Hälfte der Energie in Strom umwandeln, besser als fast jedes Kohlekraftwerk. Im Übrigen sagt dies wenig über die gesamte Effizienz aus, denn nach der gleichen Logik nutzen „Erneuerbare Energien” nur 0,00000005% der Sonnenenergie, selbst wenn sie die gesamte Erdoberfläche bedecken würden, der Rest verpufft sinnlos im All. Die Energieeffizienz am technischen Wirkungsgrad zu messen ist ungefähr so falsch wie die Treibstoffeffizienz eines Autos an den Pferdestärken.

Dass Kraftwerke die Atmosphäre aufheizen ist hanebüchener Unsinn. Erstens spielt der Wirkungsgrad dafür überhaupt keine Rolle, denn am Ende liegt alle Energie ohnehin in Form von Wärme vor. Zweitens ist der Wärmedurchsatz der Sonne auf der Erde 15 000 Mal so groß wie der weltweite Primärenergiebedarf. Selbst wenn dieser durch fossile oder nukleare Brennstoffe bereitgestellt würde, kann die Temperatur der Atmosphäre höchstens um 0,005 °C erhöht werden.

Deutsche Kernkraftwerke arbeiten übrigens fast alle mit Nasskühltürmen und leiten damit wenig Kühlwasser in die Flüsse ein. Einzige Ausnahme ist das Kernkraftwerk Brokdorf. Siehe #17.

Unsere Quellen

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1 Antwort zu #70: Effizienzniete

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