#54: Atommüllkippe Schacht Konrad

Behauptung: Mitten unter Salzgitter sollen dereinst 865 Kilogramm Plutonium lagern.

Die EWS behaupten (Originalgrund)

Mehr als 300.000 Kubikmeter schwach- und mittelradioaktiven Müll mit bis zu 865 Kilogramm hochgiftigem Plutonium will das Bundesamt für Strahlenschutz in die ehemalige Eisenerzgrube Schacht Konrad füllen – unter dem Stadtgebiet von Salzgitter. Die Entscheidungen, Schacht Konrad als Endlager zu nutzen, waren stets politische. Einen Vergleich verschiedener Standorte nach klaren Kriterien hat es nie gegeben. Attraktiv aus Sicht der Atomindustrie war ›Konrad‹ vor allem wegen des außergewöhnlich großen Förderschachts, den auch nuklearer Sperrmüll passieren könnte.

Die Langzeitsicherheits-Prognose für Schacht Konrad basiert im Wesentlichen auf theoretischen Annahmen. Die Modellrechnungen nach veralteten Methoden entsprechen nicht dem Stand der Wissenschaft.

„Weiterführende Informationen” der EWS

Richtig ist …

Die Geologie von Schacht Konrad ist genau bekannt, es werden diverse Messungen und nicht nur theoretische Überlegungen vorgenommen, die auf den Webseiten des Bundesamtes für Strahlenschutz dokumentiert sind. Die Biosphäre kommt mit dem Inventar dank einer dicken, wasserunlöslichen Eisenerzschicht nicht in Kontakt, auch nicht das Grundwasser. Ebenfalls dokumentiert sind Planfeststellungsverfahren und höchstrichterliche Entscheidungen, die eine Genehmingung nach rechtsstaatlichen Verfahren des Endlagers Konrad bestätigen. Die gänzlich unbelegte Behauptung, der Schacht Konrad sei nicht nach dem „Stand der Wissenschaft” untersucht worden, ändert daran genau so wenig wie die Tatsache, dass dort auch „nuklearer Sperrmüll” reinpasst.

Man beachte auch, dass der Schacht Konrad, im Gegensatz zu Gorleben, lediglich für schwach- und mittelaktive Abfälle gedacht ist. Das relativ wenige Plutonium ist hier auf das ganze Volumen verteilt und kann daher nicht durch die Wärmeentwicklung, die im konzentriertem Falle nennenswert wäre, die Integrität des Bergwerkes beeinträchtigen.

Dieser Beitrag wurde unter Atommüll & Entsorgung veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *
Oder: Falls du registriert bist, melde dich an.

*