#48: St. Florian

Behauptung: Niemand will den Atommüll haben.

Die EWS behaupten (Originalgrund)

Seit 2005 wandern abgebrannte Brennelemente in Castor-Hallen direkt bei den Atomkraftwerken. Das brachte und bringt nicht wenige Atom-Fans zwischen Brunsbüttel und Ohu in schwere Argumentationsnöte. Der Atommüll dürfe keinesfalls in ihrer Nachbarschaft gelagert werden, fordern sie. Nur der Reaktor (der Geld in die Gemeindekassen spült), der müsse unbedingt weiterlaufen …

Auch die CSU will unbedingt Atomstrom – aber keinesfalls Atommüll in der Nähe Bayerns. Mit Diskussionen über mögliche Endlagerstandorte, warnt sie, „zünden wir die ganze Republik an“.

Richtig ist …

Die Bedenken dürften sich weniger gegen angebliche Gefahren durch den „Atommüll” als gegen gefährliche Aktionen radikaler Kernkraftgegner richten. Diese haben ja in der Vergangenheit oft genug bewiesen, dass sie für den „guten Zweck” gerne mal Menschenleben gefährden.

Wer sich richtig informiert, z.B. durch die 100 guten Antworten, findet schnell heraus, dass gesundheitliche Beeinträchtigungen der Bevölkerung durch Zwischen- oder Endlager nicht zu erwarten sind und auch noch nie nachgewiesen wurden – weltweit. Auch trifft die Behauptung, Endlager möchte man weit weg haben, zumindest auf Schweden und Spanien gar nicht zu. Dort ist die Mehrheit der Bevölkerung dafür, mehrere Gemeinden haben sich als Standort beworben und Olkiluoto betreibt neben mehreren Kernkraftwerken auch gerne noch ein Endlager .

Im Übrigen ist eine unzugängliche Endlagerung gar nicht sinnvoll, enthalten die Stoffe doch noch 100 mal so viel nukleare Energie, wie ihnen bisher entnommen wurde. Schnellspaltreaktoren, wie sie bereits in der Erprobungsphase sind, können diese Energie nutzen – eine Zwischenlagerung in Castor-Hallen ist also sehr sinnvoll.

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4 Kommentare zu #48: St. Florian

  1. DasKleineTeilchen sagt:

    „…gefährliche Aktionen radikaler Kernkraftgegner richten. Diese haben ja in der Vergangenheit oft genug bewiesen, dass sie für den „guten Zweck” gerne mal Menschenleben gefährden. “

    wie, was? wann? wo? reden sie von castor-blockaden? da gefährden sich höchstens die gegner selber, da müssen sie schon mal beispiele bringen, ansonsten ist die behauptung lächerlich und eben nichts weiter als behauptung.

    • Redneck sagt:

      Ich empfehle mal unter dem Begriff „schottern“ nachzusehen. Ich kann mich selbst auch an „entglasungen“ in meiner damaligen Heimatstadt Hanau erinnern.

    • Johnny Doepp sagt:

      Stimmt. Übers Gefährden sind sie schon lange hinaus. „Andere Opfern“ und auch „selbst Märtyrer werden“ sind wohl Lieblingshobbies von Extremisten … linken, rechten, grünen, …. irgendwo muss man ja gegen das Establishment kämpfen! Ach ja, Beispiele: Wackersdorf (siehe Wikiseite), Stuttgart 21 (in jüngerer Vergangenheit), … Natürlich kann man die Schuld auch auf den Staat – also das Establishment – schieben. Wieso muss der Staat auch seine durch das Volk legitimierte souveräne Macht durch die Exekutive durchsetzen lassen, wenn eine kleine Minderheit was dagegen hat?!

      Wenn diese opferbereiten Menschen ihre Energie wirklich in konstruktive Ideen und Maßnahmen stecken würden … wir hätten nie wieder Sorgen!

  2. Jan R. sagt:

    Nicht nur schottern, in Frankreich wurde am 18. Januar. 1982 mit 5 Geschossen des russischen Raketenwerfers RPG-7 auf das noch unfertige Kernkraftwerk Creys-Malville (Brutreaktor) geschossen, wobei zwei Raketen knapp den noch nicht radioaktiven Reaktorkern verfehlten und das Gebäude knapp verfehlten. Ein Mitglied der Grünen Partei der Schweiz Chaim Nissim gab die tat sogar zu. Ich vermute sehr stark, dass es noch mehr von der Sorte gibt, dessen Unmut sich vor allem gegen „spezielle Reaktortypen“ richtet z. B Brutreaktor, HTR oder Druckröhrenreaktoren, schließlich waren auch die Demonstrationen gegen den SNR-300 in Kalkar von großem Ausmaß. Ich will nicht sagen, dass es so kommen muss, aber ich hätte doch meine bedenken, wenn wir wieder Reaktoren bauen würden.

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