#9: Begrenzte Vorräte

Behauptung: Die Uranvorräte gehen schon in wenigen Jahrzehnten zur Neige.

Die EWS behaupten (Originalgrund)

Weltweit sind die reichhaltigen und gut zugänglichen Uran-Lagerstätten bald erschöpft. Immer mehr Gestein muss bewegt werden, um die gleiche Menge Uran zu gewinnen. Damit steigen die Kosten, die Umweltschäden nehmen zu.

Würde man dennoch alle bekannten Uranvorräte abbauen, könnte man die derzeit rund 440 Atomkraftwerke damit gerade einmal 45 bis 80 Jahre versorgen. Mit noch mehr Atomkraftwerken wäre das Uran schon binnen kürzester Zeit verbraucht.

„Weiterführende Informationen” der EWS

Richtig ist …

Bei heutiger Leichtwassertechnik reichen die extrem leicht zugänglichen Reserven aus den uranhaltigsten Gegenden der Welt noch für ca. 100 Jahre. Davon jedenfalls gehen IAEA und OECD aus.

Die Bearbeitung in Wiederaufarbeitungsanlagen allein verdoppelt mindestens die Nutzungsdauer. Zieht man nun die Uranreserven hinzu, die mit etwas niedrigerer Konzentration im Boden liegen, erhöht sich zwar der Förderaufwand, die Vorräte reichen aber nun schon Tausende von Jahren. Auf den Uranpreis wirkte sich das moderat, und auf den Strompreis kaum aus. Auch stimmt es nicht, dass „immer mehr Gestein bewegt werden muss”, denn moderne Techniken erlauben es, Rohstoffe noch im Boden zu extrahieren („In-situ leaching”). Die USA praktizieren dies bereits bei 90% ihrer Uranförderung.

Dies ist aber noch ausbaubar. Schnellspaltreaktoren vom Typ „Schneller Brüter” (er lief bereits in Deutschland als Testreaktor, der Prototyp fiel aber der Politik zum Opfer), können nun diesen Brennstoff 100 mal, Weiterentwicklungen sogar 200 mal so effizient nutzen. Selbst bei 5-fachem Stromverbrauch sind wir damit allein mit heutiger Schnellspalttechnik schon bei fast 20.000 Jahren. Eine Umstellung auf Meerwasser-Extraktion, auch heute bereits möglich, bringt uns in den Bereich von 500.000 Jahren. Tatsächlich wird der Strombedarf natürlich zunehmen, aber Knappheit wird es garantiert nicht geben.

Nimmt man Thorium hinzu, multipliziert sich die Reichweite um einen weiteren Faktor 1.000 und die Vorräte reichen vermutlich länger, als die Erde bewohnbar ist. Die Menschen, oder wie auch immer ihre Nachfahren heissen, werden dann immer noch nuklearen Strom im Überfluss haben, das Märchen von der Uran- oder Throrium-Knappheit wird ihnen aber sicher weiterhin erzählt.

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4 Kommentare zu #9: Begrenzte Vorräte

  1. Helmut Fuchs sagt:

    Uranlagerstätten

    URAN kommt in den verschiedensten Lagerstätten vor. Diese treten im Gegensatz zu anderen mineralischen Erzlagerstätten sowohl in fast allen geologischen Formationen als auch in den unterschiedlichsten Gesteinsarten auf. Diese mannigfaltigen Erscheinungsformen erfordern unterschiedliche Untersuchungs- und Bewertungsmethoden, die sich jedoch weitgehend an die für metallische Rohstoffe anlehnen…“ aus „Angewandte Geowissenschaften, Bd. 4: Herausgeber Friedrich Bender, Kapitel 3, Kernenergierohstoffe (Barthel, Dahlkamp, Fuchs, Gatzweiler) S.268-298, Ferdinand Enke Verlag Stuttgart, 1986, ISBN 3-432-91041-X“.
    Als Beispiele werden drei große URAN-Lagerstätten genannt, die heute abgebaut werden.
    Olympic Dam, Australien
    Dies ist ein Bergwerk, das Kupfer-, URAN-, Gold- und Silbererz fördert. Es liegt im Zentrum des Bundesstaates South Australia in Australien. Olympic Dam ist derzeit das größte untertägige Bergwerk Australiens. Die Lagerstätte stellt derzeit die jeweils viertgrößte bekannte Ressource für Kupfer und Gold sowie die mit Abstand größte bekannte Ressource für URAN dar. Derzeit wird eine massive Erweiterung der Produktion und die Erschließung der Lagerstätte im Tagebau vorbereitet. Der Eigentümer ist seit 2005 BHP Billiton.
    Olympic Dam gehört zur Gruppe der Iron-Oxide-Copper-Gold (IOCG) Lagerstätten. Sie gilt als der Prototyp für diese Lagerstättengruppe, die vor der Entdeckung von Olympic Dam unbekannt war. Die Lagerstätte befindet sich in einem etwa 1,58 Milliarden Jahre alten Granit, welcher von etwa 300 m neoproterozoischen Sedimenten überlagert wird. Hydrothermale Prozesse haben den Granit brekziiert und mit Eisen, Kupfer, URAN, Gold, Silber sowie Seltenen Erden angereichert.
    Die Lagerstätte hat in der Aufsicht eine kreisförmige Gestalt mit einer etwa 5 km langen schmalen Verlängerung nach Nordwesten. Der Tiefbau findet derzeit in dem nordwestlichen Teilstück statt, der Tagebau soll das kreisförmige Zentrum erschließen. Die nachgewiesenen Ressourcen der Lagerstätte liegen bei 8,3 Milliarden Tonnen Erz mit 0,8 % Kupfer, 0,028 % URANOXID und 0,5 g/t Gold. Die derzeit geförderten Erze aus dem Nordteil enthalten einen etwa doppelt so hohen Erzgehalt. Die Erzlagerstätte reicht bis in eine Tiefe von mindestens 2.200 m. Olympic Dam ist damit eines der größten Erzvorkommen der Erde und stellt die mit Abstand größte nachgewiesene URANRESOURCE dar.
    Arlit, Imouraren, Niger
    Die französische URAN-Bergbau-Gesellschaft AREVA hat von der Regierung des Nigers die Erlaubnis zum Abbau der riesigen in Sandsteinen liegenden URAN-Vorräte des neuen Imouraren-Bergwerkes erhalten. Es sollen 1,2 Mrd. Euro Investitionen in das Projekt fließen. 2013 wird der URAN-Abbau beginnen. 1400 Menschen werden in dort beschäftigt sein mit dem Ziel, 5000 Tonnen URAN pro Jahr abzubauen. Man geht von einer Lebensdauer des Bergwerkes von 30 Jahren aus. Imouraren wird eines der größte URAN-Bergwerke in Afrika werden.

    Seit Beginn des Bergbaus im Arlit-Imouraren Gebiet hat sich AREVA, die die Lagerstätten entdeckt und entwickelt hat, einen 2/3 Anteil an der Gesellschaft gegenüber 1/3 für den Niger gesichert. AREVA und KEPCO, der staatliche Südkoreanische Stromerzeuger, haben kürzlich einen Zusammenarbeitsvertrag geschlossen, nachdem KEPCO durch eine indirekte Beteiligung von 10 % Prozent diesen Anteil der Produktion bis zum Ende des Bergwerkes erhält.

    Niger ist weltweit der sechstgrößte Produzent von URAN. Der Export des Erzes entspricht 5% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) des Nigers und generiert daraus mehr als 5% des Steueraufkommens des Landes.

    Rössing, Namibia
    Bei der Rössing-URAN-Lagerstätte handelt es sich um eine Migmatit-Zone mit bis zu 18 Meter mächtigen (breiten) URAN-führenden Granitpegmatiten, die in metamorphen Gneisen, Quarziten und Amphiboliten auftreten. Das hauptsächliche Erz mit den niedrigen Urangehalten tritt in dem alaskitischen Granit auf.
    Die sicheren und wahrscheinlichen URAN- Vorräte belaufen sich auf 100.000 – 220.000 Tonnen. Der URAN-Gehalt des Erzes ist – verglichen mit anderen Lagerstätten – gering. Er liegt im Schnitt unter 0,045 %. Der Weltdurchschnitt liegt bei 0,15 %.
    Seit 1976 wird das Uranerz durch die Rössing Uranium Ltd, eine Tochtergesellschaft der Rio-Tinto-Zink Bergwerksguppe (RTZ), abgebaut.
    Der Tagebau beschäftigte 2004 bei einer Förderleistung von 1 Million Tonnen Erz pro Monat über 800 Menschen, von denen 96 % Namibier waren. 2005 arbeiteten 860 ständige Mitarbeiter im Tagebau, weitere 550 sind durch erbrachte Dienstleistungen indirekt beschäftigt.
    Ursprünglich sollte die Ausbeutung der Lagerstätte nur 20 Jahre dauern. Seit 2008 werden südlich des derzeitigen Tagebaus geologische Explorationsarbeiten durchgeführt. Als Ergebnis wurde hierbei die größte URAN-Lagerstätte der Erde, bekannt als „Rössing-Süd“, entdeckt. Der Beginn des Abbaus ist für 2014 vorgesehen. Im Rahmen eines Erweiterungsprogrammes soll die Lebensdauer des Tagebaues vorläufig bis zum Jahre 2016 verlängert werden. Dafür werden weitere 112 Millionen US-$ investiert. 150 weitere Arbeitsplätze sollen dadurch geschaffen werden.

  2. Tritium sagt:

    Allein das abgereicherte Uran (depleted Uranium, DU) das in den USA als ‚Abfall‘ bei der Anreicherung für Waffenuran und Leichtwasser-Kraftwerke entstand und gelagert wird, wäre ausreichend, die USA für mehrere tausend Jahre mit Elektrizität zu versorgen, wenn es in schnellen Brütern verheizt wird.
    http://intellectualventureslab.com/?p=19

    Die Nutzung als geradezu unerschöpfliche Energiequelle ist sicherlich sinnvoller als die Herstellung von panzerbrechender Munition, für die DU heute eingesetzt wird.

  3. Johannes Nuss sagt:

    Vor diesem Hintergrund müsste Kernenergie eigentlich als erneuerbare Energie eingestuft werden (abgesehen davon, dass der Begriff eigentlich unsinnig ist). Auch die Sonne wird irgendwann verglühen.

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