#7: Teurer Dreck

Behauptung: Die Sanierung von Uranabbaugebieten verschlingt Milliarden – sofern sie überhaupt möglich ist.

Die EWS behaupten (Originalgrund)

Uranbergbau hinterlässt riesige Altlasten: ganze Seen voller giftiger radioaktiver Schlämme, ganze Berge strahlenden Schutts. Über Jahrtausende bedrohen sie Grund- und Trinkwasservorkommen, vergiften die Luft, gefährden die Gesundheit. Die Bergbaukonzerne verdienen gutes Geld mit dem Uranabbau. Die Folgekosten für Schutz und Sanierungsmaßnahmen muss zum größten Teil die Allgemeinheit tragen.

Die Umlagerung einer einzigen Schlammdeponie einer einzigen Uranmine in den USA verschlingt über eine Milliarde Dollar Steuergelder. Und die Sanierung der Hinterlassenschaften des DDR-Uranbergbaus kostet den Bund 6,5 Milliarden Euro – obwohl sie, um Kosten zu sparen, nach den niedrigen Strahlenschutzstandards der DDR durchgeführt wird. Viele Länder, in denen Uran abgebaut wird, können sich solche Sanierungsausgaben gar nicht leisten.

„Weiterführende Informationen” der EWS

Richtig ist …

Bei den „Bergen strahlenden Schutts” handelt es sich um das normale Erdreich, welches abgetragen wurde, der sogenannte Abraum. Dieses beinhaltet nun einmal die natürliche Radioaktivität, so wie im Wesentlichen die gesamte Erde radioaktiv ist. Es handelt sich hier nicht um ein spezielles Problem des Uranbergbaus, auch wenn das Erdreich in der Nähe von Uranvorkommen vielleicht eine etwas höhere natürliche Radioaktivität hat.

Schlammseen entstehen immer als Folge jeden Bergbaus, nicht nur des Uranbergbaus. In Staaten wie Kanada, Australien und den USA, die zusammen fast ein Drittel der heutigen Uranförderung ausmachen, gelten strenge Umweltrichtlinien, die auch die spätere Sanierung der Minen und der Tailings betreffen. Aber schon die Rückgewinnung der Chemikalien während des Betriebs sorgt dafür, dass die Toxizität der Tailings fast vernachlässigbar ist. Die Radiotoxizität spielt hier eine völlig untergeordnete Rolle – sie ist direkt auf den Schlammseen so groß wie in der Uranmine selbst. Die Folgekosten für die Sanierung müssen mitnichten von der Allgemeinheit, sondern von den Minenbetreibern in Form von Rückstellungen getragen werden.
Die Fördermethode des In-situ-leaching (ISL) löst die Uranverbindungen chemisch direkt im Vorkommen, sodass oberirdische Rückstände und damit die Sanierungsaufwendungen deutlich reduziert werden. Bereits 45% des weltweit und 90% des in den USA geförderten Urans werden so gewonnen.

Die Umlagerung des Schlammbeckens der Atlas Mine, einer der ältesten Uran-Minen, in Moab (Utah/USA), ist eine äußerst ungewöhnliche und einmalige Maßnahme. Dennoch sind die Kosten gemessen an der geförderten Uranmenge, die einer Elektrizitätsmenge von 23.000 Terawattstunden entspricht (damit kann man ganz Deutschland für 40 Jahre versorgen), mit 0,003 cent/kWh völlig unbedeutend.

Die Sanierung der Wismutmine aus den Hinterlassenschaften des DDR-Uranbergbaus ist da mit 0,04 cent/kWh schon „richtig teuer”. Die „Kostenersparnis” durch DDR-Standards dürfte davon weniger als ein Prozent ausmachen.

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