#110: Erkundungslüge

Behauptung: Die „Erkundung“ des Salzstocks Gorleben ist nur Tarnung für den Bau eines Endlagers.

Die EWS behaupten (Originalgrund)

In Geheimgesprächen stimmte die Bundesregierung 1982 zu, den Salzstock Gorleben nicht, wie offiziell behauptet, nur zu „erkunden“, sondern dort gleich ein Endlager zu bauen. Die Schächte und Stollen in Gorleben sind deswegen etwa doppelt so groß wie für ein Erkundungsbergwerk nötig, Mehrkosten bisher: rund 800 Millionen Euro.

Mit diesem Trick umging die Regierung schon damals das für einen Endlagerbau nötige atomrechtliche Verfahren. Auch Umweltminister Röttgen (CDU) will für den geplanten weiteren Ausbau der Stollen den Uralt-Rahmenbetriebsplan von 1983 nutzen ‒ weil sich nur so eine Öffentlichkeitsbeteiligung weiter vermeiden lässt.

„Weiterführende Informationen” der EWS

Richtig ist …

Die Gültigkeit des Atomgesetzes hängt nicht von der Größe irgendwelcher Löcher ab, sondern allein von der Frage, ob ein Umgang mit radioaktiven Substanzen anliegt. Ein Verfahren nach dem Atomrecht wird dann durchgeführt, wenn die Eignungsprüfung für den Salzstock Gorleben positiv ausfiele und die Errichtung und der Betriebs eines Endlagers beantragt werden soll. Dass man das atomrechtliche Verfahren durch irgendwelche „Tricks” umgehen könne, ist völlig haltlos.

Genau so haltlos ist es, aufgrund angeblich zu hoher Erkundungskosten auf die Größe der Erkundungsräume zu schließen. Zum ersten sind alle bergbaulichen Erkundungstätigkeiten in Gorleben offen einsehbar, zum zweiten werden die Kosten ohnehin zu 97% von den Energieversorgern getragen, zum dritten sparen diese keine Cent, wenn sie das Endlager insgeheim schon früher einrichten, gehen aber ein großes Risiko ein.

Im Übrigen ist bei Gorleben nichts „getarnt”. Die Erkundungsstätte kann sogar besichtigt werden, das Bundesamt für Strahlenschutz bietet Führungen durch den Salzstock an, und die Infostelle vor Ort freut sich über jeden Besuch.

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