#102: Tschernobyl

Behauptung: Der Reaktorunfall von Tschernobyl hat das Leben von Hunderttausenden zerstört.

Die EWS behaupten (Originalgrund)

Etwa 800.000 ‚Liquidatoren‘ kommandierte die Sowjetunion nach dem Super-GAU im AKW Tschernobyl (Ukraine) zu Katastrophenschutz- und Aufräumarbeiten ab. Über 90 Prozent davon sind heute invalide. 20 Jahre nach der Reaktorkatastrophe erhielten 17.000 ukrainische Familien staatliche Unterstützung, weil der Vater als ‚Liquidator‘ starb.

Die Krebsrate in Weißrussland stieg zwischen 1990 und 2000 um 40 Prozent, die Weltgesundheitsorganisation prognostiziert, dass allein in der Region Gomel mehr als 50.000 Kinder im Laufe ihres Lebens Schilddrüsenkrebs bekommen. Fehl-, Früh- und Totgeburten nahmen nach dem Unfall drastisch zu. 350.000 Menschen, die in der Nähe des Reaktors wohnten, mussten ihre Heimat für immer verlassen.

Noch 1.000 Kilometer entfernt, in Bayern, kam es strahlenbedingt zu bis zu 3.000 Fehlbildungen. Die nach Tschernobyl erhöhte Säuglingssterblichkeit in mehreren europäischen Ländern forderte wohl um die 5.000 Opfer.

Die Belastung kommender Generationen etwa durch genetische Schäden lässt sich wie viele andere Folgen des Unfalls gar nicht abschätzen. Sicher ist: Die Katastrophe von 1986 ist noch lange nicht zu Ende.

„Weiterführende Informationen” der EWS

„Quellen” der EWS

Richtig ist …

Die 530 000 (nicht 800 000) Liquidatoren wurden radioaktiv durchschnittlich sechsmal so stark wie bei einem Ganzkörper-CTs „belastet”, oder so, als hätten sie ein halbes Jahr lang in der iranischen Stadt Ramsar gewohnt. Gesundheitliche Folgen sind bei derartigen Strahlendosen weltweit nie beobachtet worden, die Ursachen für Invalidität, wenn es denn stimmen sollte, müssen also woanders liegen.

Die Krebsrate stieg weltweit an, auch schon vor Tschernobyl. So hat sich nach einer Erhebung des Robert-Koch-Instituts allein in Deutschland die Zahl der Erkrankungen an Schilddrüsenkrebs seit 1980 mehr als verdoppelt, die Sterberate hingegen nahezu halbiert. Ursache dieses Paradoxons sind die immer besser gewordenen Untersuchungsmethoden, die zu einer verbesserten Früherkennung führen (Aufdeckungseffekt). Der UNSCEAR-Bericht zu Tschernobyl von 2008 weist darauf ausdrücklich hin, was auch durch die geringe Sterberate (bis heute nur ca. 15 von 4000) unterstützt wird. Dies macht es sogar wahrscheinlich, dass der Tschernobyl-Unfall kein einziges Opfer aus der allgemeinen Bevölkerung gefordert hat.

Erhöhte Säuglingssterblichkeiten und Missbildungen standen immer in falschem Verdacht, durch Radioaktivität ausgelöst werden zu können (Stichwort: Contergan). Aus den genauen Lebensstudien der 90 000 Überlebenden von Hiroshima und Nagasaki ist inzwischen jedoch statistisch klar belegt: Strahlung verursacht keine Fehlbildungen und Totgeburten. Es handelt sich um einen Mythos aus der Zeit des Kalten Krieges.

Angebliche durch Strahlung verursachte Tot- und Missgeburten werden seit Jahrzehnten vom IPPNW und einem „Professor Körblein” immer behauptet und medienwirksam verbreitet. Bis heute konnte jedoch kein einziger stichhaltiger Beleg vorgewiesen werden.

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3 Kommentare zu #102: Tschernobyl

  1. Antineutron sagt:

    Kann es sein, dass der Artikel mit der Nummer #101 fehlt oder stimmt etwas mit meinem Browser nicht?

    MfG Antineutron

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