#99: Arbeitsplätze

Behauptung: Atomkraft gefährdet Arbeitsplätze.

Die EWS behaupten (Originalgrund)

Die Erneuerbaren Energien sind der größte Jobmotor im Land. Mehr als 300.000 zukunftssichere, nachhaltige Arbeitsplätze haben sie binnen weniger Jahre geschaffen, davon gut 50.000 allein in den vergangenen beiden Jahren – und das trotz der Wirtschaftskrise. Die Atomindustrie insgesamt beschäftigt gerade einmal 35.000 Menschen.

Prognosen rechnen mit 200.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen bis 2020 in der Erneuerbaren-Energien-Branche, sofern Ökostrom im Stromnetz weiterhin Vorrang genießt.

Längere Laufzeiten für Atomkraftwerke oder gar eine Abkehr vom Atomausstieg gefährden dagegen die Energiewende und damit Hunderttausende von Jobs.

„Weiterführende Informationen” der EWS

Richtig ist …

Arbeitsplätze lassen sich durch gesteigerte Ineffizienz sehr leicht schaffen, die DDR war dafür ein Paradebeispiel. Dies sagt jedoch nichts über deren Qualität oder das Wohlstandsniveau der Gesellschaft aus. Erst die Reduktion von notwendiger Arbeitskraft bei gleichem oder höherem Ertrag steigert den Wohlstand, und es ist Aufgabe der Politik, diesen gerecht zu verteilen.

Wie in der Wirtschaft der ehemaligen DDR, so werden die „erneuerbaren Energien” nur durch Subventionen in Form des „Erneuerbare-Energien-Gesetzes” (EEG) am Leben erhalten. In diesem Sinne sind sie tatsächlich „krisenfest”. Sinnvoller wäre es allerdings, die Subventionsgelder direkt an die Beschäftigten auszuteilen, ohne den Umweg über den Anlagenbau, dadurch würde man außerdem Natur und Umwelt schonen. Da die vielen Arbeitsplätze ausschließlich durch Zwangsabgaben der Stromzahler finanziert werden, sind sie keine echten Arbeitsplätze. Sie stellen vielmehr eine historisch unvergleichbare Umverteilung von den ärmsten Bevölkerungsschichten auf wenige EEG-Gewinnler dar. Ohne die EEG-Subventionen könnte man das gleiche Geld gerecht auf alle Arbeitssuchenden verteilen, oder Forschungs- und Bildungseinrichtungen fördern.

Überdies sind die EEG-Arbeitsplätze relativ schlecht bezahlt und inzwischen zum Großteil nach China verlagert worden. Die wirtschaftlich tragenden Arbeitsplätze in der Nuklearindustrie hingegen bedürfen einer hohen Qualifikation, werden entsprechend gut bezahlt, und sind bis auf die Urangewinnung direkt im Betreiberland oder dessen direkten Nachbarn angesiedelt.

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