#93: Krieg um Uran

Behauptung: Der Uranhunger der Atomindustrie schürt neue Konflikte.

Die EWS behaupten (Originalgrund)

Die Uranvorkommen etwa in afrikanischen Ländern spielen seit Jahrzehnten eine Rolle in den dortigen Konflikten. Je mehr Atomkraftwerke es gibt, desto größer wird die Abhängigkeit von dem strahlenden Rohstoff. Längst ist Uran ein Spekulationsobjekt. Wird es knapp, ist ein Krieg um Uran so realistisch wie der Krieg um Öl.

Richtig ist …

Die Uranvorräte mögen, wie alle Rohstoffe, in Konflikten eine Rolle spielen, jedoch eine sehr kleine. „Krieg um Uran” hat es nie gegeben und wird es auch nie geben, denn Uran wird niemals knapp. Im Gegensatz zu vielen anderen Rohstoffen ist Uran sogar relativ gleichmäßig über die Erde verteilt, praktisch jedes Land hat Zugang. In den Antworten zu #1 und #9 wird dies ausführlich beschrieben.

Was tatsächlich ungleichmäßig verteilt ist und bei heutigem Verbrauch frühstens in 100 Jahren knapp wird sind die extrem leicht zugänglichen Uranvorräte, die mit einem finanziellen Aufwand von 130 USD pro Kilogramm förderbar sind. Am anderen Ende der Preisskala steht die Förderung aus Meerwasser mit 300 USD pro Kilogramm. Der Strompreis würde sich dadurch um 0,3 Cent pro kWh erhöhen – für die Energieversorger ein Verlust, deswegen wird es heute nicht praktiziert. Aber einen Krieg zwischen Staaten löst dieser Mehraufwand sicher nicht aus.

Übrigens kann man durch den Einsatz von Schnellspaltreaktoren wie den „Schnellen Brüter” (er wurde in Deutschland bereits gebaut, fiel aber der Ökoreligion zum Opfer), die Uranvorräte 100 mal so effizient nutzen. Dann bräuchte man allein für Deutschland für mehrere Jahrhunderte gar kein Uran mehr zu beschaffen.

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