#87: Ethik

Behauptung: Atomkraft zu nutzen ist unethisch.

Die EWS behaupten (Originalgrund)

Atomkraftwerke nützen nur wenigen Menschen wenige Jahre, bürden aber sehr vielen Menschen große Risiken für Leben und Gesundheit auf. Sie hinterlassen Abfälle, die für Hunderttausende von Jahren sicher gelagert werden müssen – eine unvorstellbar schwere Hypothek für die kommenden 40.000 Generationen.

„Weiterführende Informationen” der EWS

  • http://www.zukunftslobby.de/Tacheles/prognstu.html
    (Punkt 2.1.3) – Kapitel über Unfreiwillige Risiken und die „Theorie der Gerechtigkeit“ im Prognos-Gutachten „Identifizierung und Internalisierung externer Kosten der Energieversorgung“, Band 2, Ewers/Rennings, „Abschätzung der monetären Schäden durch einen sogenannten Super-GAU (April 1992)

Richtig ist …

Jede Generation bemüht sich, ihren Nachfahren eine großen Schatz an wissenschaftlichen Erkenntnissen, Kulturgütern und Bauwerken und gleichzeitig einen möglichst kleinen Berg an unbrauchbaren oder gar schädlichen Abfällen zu hinterlassen. Gerade in der Kernenergie zeigt sich dies in besonders eindrucksvoller Weise: Während eine bis dahin unvorstellbar ergiebige, sichere und Wohlstand für alle bringende Energiequelle entwickelt wurde, sind die Risiken und Hinterlassenschaften extrem klein. OECD, IAEA, UNSCEAR, GSR, PSI, BGR – sie alle bescheinigen der Kernenergie eine Betriebs- und Umgebungssicherheit, wie sie mit Abstand keine andere Stromerzeugungstechnik erreicht, Wind-, Wasser und Solarenergie eingeschlossen.

Auch die Mengen radioaktiven Abfalls sind extrem gering, lediglich 10 Gramm mittel-radioaktiven Plutoniums und wenige 10 Gramm Spaltprodukte, die während eines ganzen Menschenlebens bei nuklearer Vollversorgung anfallen. Zudem wandeln sich die Spaltprodukte selbst nach wenigen Jahrhunderten in wertvolle Metalle um. Insgesamt löst sich die ganze Hinterlassenschaft also von selbst auf: Nach 1.000 Jahren ist die Toxizität nur noch ein Zehntel so hoch wie zu Beginn und nach 10.000 Jahren ist nur noch 1% übrig. Mit Einsatz von Schnellspaltreaktoren, wie sie von der Antiatombewegung blockiert werden, erübrigt sich ein geologisches Endlager vollständig.

Jeder andere Industriezweig muss den Nachfahren unvergleichlich größere Lasten aufbürden, oft zu einem erheblich geringeren Nutzen. Ein Extrembeispiel sind durch Wind- und Photovoltaikanlagen zerrissene und unbewohnbare Landschaften, Beton- und Stahlplattformen durch Offshore-Windkraftanlagen, Tausende Kilometer zusätzlicher durch „regenerative Energien” notwendig gewordener und besonders dicker Stromleitungen sowie, bei konsequent durchgezogener „Energiewende”, mehrere Pumpspeicheranlagen mit den Ausmaßen von Großstädten. Diese großflächigen Megastrukturen werden unser Land maßgeblich prägen und es wird viele Generationen brauchen, diese Unbilden wieder zu beseitigen. Rückstellungen gibt es dafür nicht. Von den chemisch-toxischen Abfällen gar nicht zu reden: Der chemische Abfallberg ist erheblich größer und giftiger und löst sich nicht von selbst auf.

Diese Überlegungen zeigen, dass der Begriff „Ethik” hier, wie so oft, gegen Kernenergie instrumentalisiert wird, indem mit zweierlei Maß die Realität verzerrt wird.

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2 Kommentare zu #87: Ethik

  1. Ethisch korrekt wäre, es den unterentwickelten Ländern die Möglichkeit zu bieten sich durch die relativ einfache Verbrennung von Kohlenstoffreserven zu entwickeln und die komplizierte Kerntechnik in den Ländern anzuwenden, in denen Erfahrung mit dieser Technik besteht.

    Gleichzeitig ist es ethisch unverantwortlich die sicherste aller Energiequellen zu hintertreiben und solche, die deutlich mehr Todesopfer mit sich bringen, zu fördern: „How Deadly Is Your Kilowatt? We Rank The Killer Energy Sources“ (http://tinyurl.com/6m2o7c5).

  2. quer sagt:

    Nach solcherart „Ethik“ ist es unverantwortlich, daß der Mensch auf der Erde siedelt.

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