#1: Abhängigkeit

Behauptung: Alles Uran muss importiert werden.

Die EWS behaupten (Originalgrund)

In ganz Europa fördern nur noch Bergwerke in Tschechien und Rumänien kleinere Mengen Uran. In Deutschland wird seit 1991 praktisch kein Uran mehr gefördert, in Frankreich seit 2001.

Atomstrom ist keine »heimische« Energiequelle. Sie macht vielmehr abhängig von Rohstoffimporten und von multinationalen Konzernen: Zwei Drittel der Welt-Uranproduktion liegen in der Hand von vier großen Bergbauunternehmen.

„Weiterführende Informationen” der EWS

Richtig ist …

Im Gegensatz zu Kohle, Gas oder sogar „regenerativen” Energien lassen sich Kernbrennstoffe sehr einfach bevorraten, sogar um die Energieversorgung für Jahrzehnte sicherzustellen. Dies liegt an der extrem hohen Energieeffizienz von Uran verglichen mit fossilen Energieträgern. Für die gleiche Menge Strom wird 20 000 mal so viel Kohle wie Uran benötigt. Wegen der weltweit relativ hohen Uranreserven wird der Uran-Abbau immer auf die aktuellen Bedürfnisse der Nuklearindustrie abgestimmt. In Europa haben beispielsweise Schweden und die Ukraine große bislang ungenutzte Uranvorkommen, aber auch Deutschland verfügt noch über leicht zugängliche Reserven, die einige Jahre reichen, und über zugängliche Resourcen, die weitere Jahrzehnte reichen. Desweiteren liegen 60% der weltweiten Uranvorräte in politisch stabilen Ländern.

Außerdem kann jedes Land mit Zugang zum Meerwasser daraus Uransalz gewinnen. Der technische Aufwand ist zwar deutlich höher, aber mit geschätzten 250 Euro je Kilogramm verglichen mit heutigen 120 Euro je Kilogramm weiterhin bezahlbar. Das Oak Ridge National Laboratory (ORNL) hat die Technik hier so stark verbessert, dass die Kosten sich den heutigen Marktpreisen annähern könnten. Im Meerwasser befinden sich 4,5 Mrd. Tonnen Uran. Zum Vergleich: Ein großer Reaktorblock benötigt etwa 200 Tonnen Natururan pro Jahr.

Die Abhängigkeit von „multinationalen Konzernen“ ist bereits dadurch widerlegt, dass der Uranförderpreis nur 5% bis 10% der nuklearen Stromerzeugungskosten ausmacht. Bei zukünftigen Reaktorkonzepten mit vollständiger Nutzung des gesamten Urans, wie sie von der deutschen Atompolitik blockiert wurde und wird, verringert sich diese „Abhängigkeit“ weiter um einen Faktor 100, die Vorräte verlängern sich entsprechend. Die effektivere Brennstoffnutzung macht außerdem noch teurere Vorräte wirtschaftlich, wodurch sich die Reichweite weiterhin erhöht.

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16 Kommentare zu #1: Abhängigkeit

  1. Kritikalität sagt:

    Bei Urangewinnung aus Meerwasser haben alle Länder mit Meerzugang Uranquellen – auch Deutschland. Jedes Jahr kommen durch natürliches Ausspülen von Gestein durch Bäche und Flüsse etwa 10.000 t Uran dazu – fast fünfmal so viel, wie man für die heutige Weltversorgung mit Elektrizität vollständig durch Schnellspaltreaktoren bräuchte.

  2. dani sagt:

    Genau. Brauchbare Fördertechniken im Prototypenstadium dafür sind in Japan entwickelt worden, der Preis liegt jetzt schon bei etwa 250 Euro je Kilogramm Uran in Großanlagen. Die dafür notwendigen Absorber-Materialien wurden vom ORNL wurden in ihrer Effizienz um den Faktor 5 bis 7 verbessert und würden sich wirtschaftlich an heutige Preise annähern (Marktpreis bei Serienreife einige 100 Euro je kg).

  3. Sag ich nicht sagt:

    Wie lange braucht es eigentlich, das Zeug aus dem Meer zu holen? Also wie ist das Verhältnis Anlagengröße zu Extraktionsrate.

    • Kritikalität sagt:

      In diesem Artikel ist von 60 Tagen die Rede. Man benötigt 1 kg von diesem Plastik-Adsorber für 2-4 Gramm Uran. Bei einer typischen Kunststoffdichte von 1500 kg/m3 würde man also 27 kg Uran pro Jahr pro m3 ausstoßen.

      10.000 Tonnen Natururan pro Jahr würde man für eine elektrische Vollversorgung von 10 Mrd. Menschen mit Schnellspaltreaktoren benötigen. Man müsste also ein Merresvolumen von 370.000 m3 (Korrigiert. Vorher 37.000 m3) dauerhaft belegen, also einen Würfel der Kantenlänge 70 Meter.

      Der Platzbedarf ist fast schon gruselig gering. Wie gesagt: Vollversorgung für 10 Mrd. Menschen.

      • Johnny55 sagt:

        ich komme auf 370.000 m³, aber die Kantenlänge stimmt

      • U. Langer sagt:

        Man muss noch nicht einmal von Schnellspaltreaktoren ausgehen. Selbst mit herkömmlichen Siedewasserreaktoren wäre der Wasserverbrauch für die Uranproduktion aus dem Meer vergleichsweise äußerst gering. Mit den obigen 370.000m³ ist dann die Vollversorgung von Deutschland möglich. Dies entspricht dem Trinkwasserverbrauch einer Kleinstadt (8000 Einwohner). Für die Vollversorgung der Welt müsste man aus der Menge Wasser das Uran herausfiltern, wie sie eine Millionenstadt an Trinkwasser benötigt.
        Auch die Kosten wären vernachlässigbar klein! Die Bereitstellung von Uran für Siedewasserreaktoren aus Meerwasser würde etwa 0,3 Cent pro produzierte kWh betragen!

  4. dani sagt:

    Die 370000 Kubikmeter müssten noch mit einem Faktor multipliziert werden, der die zusätzlichen Wasserzwischenräume berücksichtigt, aber sonst ist es korrekt. Der Vergleich mit dem Wasserversorgungsfluss von Städten hinkt aber, weil hier nur vom Aufstellungsvolumen, nicht vom Fluss die Rede war. Für 10000 Tonnen Uran müssen gut 3300 (eher 10000, wegen des begrenzten Absorptionswirkungsgrades) Kubikkilometer (!) Meereswasser pro Jahr durch dieses Volumen fließen – also weniger als 10 % des Installationsvolumens pro Sekunde, was an vielen Meeresstellen gegeben ist. Dies ist also ein untergeordnetes Problem. Wichtiger ist hingegen die Stabilität und Strömungsdynamik der Polymere, denn die bestimmen ihr Anteil im Volumen – und da ist der Flächenverbrauch heute noch hoch (leider nur wenige Tonnen Uran pro Jahr und Quadratkilometer). Das bedeutet keineswegs das Aus – denn die Kosten sind, wie bereits gesagt überschaubar. Zudem zeigen Untersuchungen, dass auch andere Schwermetalle herausgefiltert werden, die industriell nützlich sein könnten.

  5. renevers sagt:

    Depleted Uranium still contains like standard 0.25 % Uranium out of 0.72% of the original natural isotope mix. By lowering the cutoff degree in enrichment to 0.1 or even lower it is possible to reduce the amount of natural uranium used now. One can at least improve the recovery with 42% at the cost of more energy usage. It means 42% natureal U usage less. At the moment, with low Uranium OFF mine prices (40$/Lb), the cut-off goes higher for economical means. Its optimal is now at 0.222% U235 in the tailings. price/cost releated. Gooing to 0.02 % U235 in the tailings In fact the fissionable U235 availability, could be 42% higher like this.
    Uranium is so cheap now that the higher tails % are now prefered… This is another secret source for U235.
    And all depleted Uranium (DU) used until now could be reworked to remove even the last U235
    These are all „spare“ resources of Uranium we do not think of.

    http://www.uxc.com/tools/uxc_FuelCalculator.aspx
    suppose 1 kg EUP to be 4.5% enriched from natural uranium,
    at 0.02% Tails assay, it needs 16.9 lb nat U at 17.9 SWU and total fuel cost of 2761 USD /kg (985 kWh usage)
    at 0.25% Tails assay, it needs 24.1 lb nat U at 6.9 SWU and total fuel cost of 1846 USD/kg (380 kWh usage)
    So lower tails at 0.2 needs 2.6 times the energy in ultracentrifuge, but that is still near 1.3 promille of the output of a reactor. And it needs a lot of ultra centrifuges.
    But now the amount of Uranium is predicted for 100 years…With completely removing the U235 from the Uranium in enrichment you can win another 42 years with little effort. AT 55 kWh per SWU this is energy wise justified, as one kg EUP 4.5% is equivalent to 720.000 kwh. ( Ref: burnup 60000 MWd/ton for at 3.75% enrichement for U235)

    • Kritikalität sagt:

      Enriching depleted uranium is, of course, an option, but one of the last ones due to the following reasons:

      First, the costs are higher, you already mentioned it. This would not be a major issue when switching to gas laser enrichment techniques, but keep in mind that the SWUs for „0.02% Tails assay“ are only calculated, not practiced though there would be a significant depletion reduction compared to today’s tails. The fuel range extension could be as high as 20% to 30%.

      Second, the low- and mid-cost uranium stockpiles lasts for at least 100 years, enough time to deploy fast reactors. Economically, this is the next step to improve the performance of nuclear technologies. It makes enrichment unnecessary and extends the fuel range by a factor of 100.

      So, in principle you are right but the outlook of a 30% range gain seems to be unattractive for nuclear future in view of upcoming fast reactors.

    • Tritium sagt:

      ‚Fast‘ reactors are a better solution!
      There is already enough DU on store to satisfy all the worlds energy needs for many hundred years!

  6. Kroll sagt:

    zur Urangewinnung aus dem Meerwasser: Vielleicht wird es sogar noch billiger mit metall-organischen Verbindungen statt polymeren http://nextbigfuture.com/2013/05/new-metal-organic-framework-four-times.html

  7. DasKleineTeilchen sagt:

    aha, nicht EINE kritische stimme hier; na dann bestätigt euch mal schön selbst und schreibt weiter über die angebliche kosteneffizienz der atomkraft. wurde ja in der vergangenheit genug bestätigt nicht wahr? merkwürdig, daß zb fotovoltaik immer billiger wird und atomkraft gleichzeitig immer teurer: wie ist das mit dem EPR Olkiluoto in finnland, der einfach nicht fertigwerden will und schon jetzt 3x soviel kostet wie veranschlagt? wenn ich eines gelernt habe über die „kern“-energie, dann, daß ihre befürworter die tatsächlichen kosten GRUNDSÄTZLICH um MINDESTENS den faktor 2 zu niedrig ansetzen, IMMER! nennt mir nur EIN EINZIGES gegenbeispiel und ich entschuldige mich, ganz ernsthaft.

    • Ocin1 Richter sagt:

      Liebes „DasKleineTeilchen“. Es geht selbstredend beim Vergleich nicht um die Kosten einer einzelnen Anlage, sondern um die Kosten pro real erzeugte Elektrizitätsmenge, also um die Kosten pro „erzeugte“ kWh Strom. Wie soll man denn sonst einen Vergleich anstellen. Im Supermarkt kann man doch die Preise auch nur vergleichen, wenn man sie auf z.B. die Produktmasse bezieht (Preis pro Masse oder pro Volumen).

      Hier schneidet die klassische Kernenergie, nach der Braunkohle-„Verstromung“, mit Abstand am Besten ab (siehe z.B. http://www.ier.uni-stuttgart.de/publikationen/arbeitsberichte/Arbeitsbericht_04.pdf – Seite 19 Abb. 3-2). Weiter gibt es genügend Veröffentlichungen und Bilanzberichte zu den aktuellen Kern-Kraftwerksparks, ohne Berücksichtigung des EPR.

      Stromerzeugungs-Kosten in Euro pro MWh 2008: Braunkohle 24 €/MWh , Kernenergie-EPR 27 €/MWh , Steinkohle 30 €/MWh , Laufwasser 75 €/MWh , Wind an Land 80 bis 130 €/MWh , Wind zur See 115 bis 160 €/MWh

      Der Umstand der geringen Erzeugungskosten ist nicht nur ökonomisch, sondern in erster Linie physikalisch durch die Energie-Dichte und somit durch eine sehr effiziente Rostoff-Nutzung bedingt.

      Begründung:
      de.wikipedia.org/wiki/Energiedichte: „Blei-Akku = 0,11 MJ/kg; Schwungrad-Speicher = 0,18 MJ/kg; Lithium-Akku = 0,9 MJ/kg; Braun-Kohle = 20 – 28 MJ/kg; Stein-Kohle = 30 MJ/kg; Benzin = 43 MJ/kg; Wasserstoff = 142 MJ/kg; Radioisotopengenerator = 5 000 MJ/kg; Abbrand KKW = 3 801 000 MJ/kg; …“

      Eines muss jedem klar sein, je höher die Energie-Dichte einer Technik ist, desto weniger Rohstoffe, wie z.B. Kupfer, Eisen, Neodym / Seltene Erden, oder Bau-Fläche, müssen pro erzeugte Elektrizitäts-Menge aufgewendet und natürlich im Bergbau gefördert und verarbeitet werden.

      Photovoltaik: Für die BRD liegt die solare Einstrahlung gemittelte über 24 Stunden bei ca. 150 W pro m² (siehe http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Solar_land_area.png). Diese ca. 150 W/m² werden jedoch NICHT zu 100% in Elektrizität gewandelt, sondern nur zu 30% bis 10% (technischer Wirkungsgrad). Also hat man gemittelt von einem Quadratmeter Photovolataik-Anlage real 15 bis 45 W. Weiter bestehen Solar-Zellen eben nicht nur aus de-oxidiertem „Strand“-Sand sondern beinhalten auch seltene Beschichtungs-Stoffe wie Silber, Blei, Wismut und für bestimmte Solar-Zellen auch Indium, Galium und Tellur, welche ebenfalls im Bergbau gefördert werden müssen

      Kernenergie: Das Kernkraftwerk Brokdorf stellt auf ca. 250 000 m² dauernd, wetterunabhängig und nachfrage-angepasst, 1480 MW elektrisch bereit. Das macht dann eine Leistungs-Dicht von 5920 W pro m², also ca. 130 mal mehr, als bei der Photovoltaik, im gutmütigsten Fall.

      Im Klartext, man brauch also bei der Photovoltaik 130 mal mehr Fläche, als bei der klassischen Kern-Energie (Bergbau bei beiden unberücksichtigt), wobei der Strom dann noch nicht mal der Nachfrage gerecht wäre, sondern der Sonne folgt. Um den Strom der „erneuerbaren“ Energie mit dem der Kern-Energie vergleichbar zu machen, müssen weiter Puffer-Systeme wie z.B. Pumpspeicher-Kraftwerke oder noch ressourcenaufwändigere Akkumulator-Systeme errichtet werden. Der Raubbau an der Nautur wäre um Größenordnungen höher als bei der Kern-Energie. Natürlich muss auch das Uran/ Thorium gefördert werden, jedoch muss das nicht zwingend im klassischen Bergbau geschehen sondern kann auch aus dem Meerwasser bezogen werden. Da Uran jedoch eine der höchsten Energie-Dichten hat, würde sich dieser Meers-Aufwand nur in einer Verdoppelung des Uranpreises auswirken.

      Ein weiterer Faktor ist der Ernte-Faktor, welcher die pro Anlagen-Lebenszeit erzeugte Elektrizitäts-Energie durch die Energie teilt, welche bei Anlagen-Bau (z.B. Beton, Eisen-Schmelze, chemische und nukleare Endlagerung, …), Brennstoff-Beschaffung (z.B. Bergbau, Anreicherung, …) aufgewendet werden müssen. Je höher also der Ernte-Faktor ist, desto mehr Elektrizität bleibt für die Bevölkerung und Industrie übrig, wenn man die Energie eines Anlagen-Neubaus abzieht.

      de.wikipedia.org/wiki/Erntefaktor: „Bsp.: Photovoltaik = 3,0 – 5,4; Windkraft an Küsten = 16 – 51; Wasser-Kraft = 50; Gaskraft GuD BioGas = 3,5 ; Gaskraft GuD Erdgas = 28; Stein-Kohle in Untertage ohne Transport = 29; Braun-Kohle mit Tagebau = 31; Druckwasser-Reaktor mit 85% Zentrifugenanreichung = 80, Druckwasser-Reaktor mit 100% Zentrifugenanreicherung = 120,..“

      Beispiel-Betrachtung für die Photovoltaik:
      Hier beträgt der gutmütigste Erntefaktor 5,4. Somit wird der eigentliche Bau- und Bereitstellungs- Aufwand nur um einen Faktor 5,4 – 1 = 4,4 der Gesellschaft und der Industrie zugänglich. Bei der klassischen Kernenergie sind das 80 -1 = 79 der Gesellschaft und Industrie zugänglich. Es ist also sinnvoller Kernkraftwerke zu bauen, als Windanlagen, da die Ressourcen dort viel effizienter eingesetzt werden.

      Quellen-Zusammenfassung:

      http://de.wikipedia.org/wiki/Erntefaktor , http://de.wikipedia.org/wiki/Energiedichte , http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Solar_land_area.png

      • DasKleineTeilchen sagt:

        schön, wie sie hier mit zahlen spielen, ohne *wirklich* ins detail zu gehen, trotz eines ellenlangen vortrages pro KK; erstens hat niemand vor, ausschliesslich FV oder windkraft als EINZIGE energieträger zu benutzen (was sie aber offenbar mit der KK vorhaben, wo das endet, sieht man an frankreich, die schon mal im winter oder heissem sommer strom aus D beziehen müssen), noch haben sie die explizite frage nach den explodierenden kosten des EPR Olkiluoto in finnland beantwortet.
        und noch ein beispiel für ihre auslegung von zahlen: bei der *durchschnittlichen* einstrahlleistung der sonne gemittelt über 24 h sind nicht nur die nachtstunden dabei (haha), sondern auch die jahreszeiten. ulkig, daß da trotzdem mittlerweile an günstigen tagen (trotz schleppendem ausbau dank der bremser-politik) die EE hierzulande über die hälfte des benötigten stromes in D abdeckt. und nebenbei bemerkt existiert die FV als (endlich) ernstzunehmender energieträger bereits heute und wird im wirkungsgrad kontinuierlich gesteigert, ihr dual-fluid-reaktor bisher nur auf dem papier und in der realität frühestens (sofern die materialproblematik überhaupt in den griff zu bekommen sein wird) in 40 jahren. da wart ich doch lieber auf die heisse fusion (dies ja auch seit angeblich 10 jahren geben müsste, naja, seis drum halt nochmal 50 warten) und klatsch mir derweil dezentral die kollektoren aufs dach und die wärmepumpe innen garten.

        so wird das nix mit meiner entschuldigung.

        • Ocin1 Richter sagt:

          Liebes „DasKleineTeilchen“. Ich glaube, dass Du politisch etwas verblendet bist, „Kleines“. Mal im Ernst, wenn ich hier etwas über Physik und die elementaren Gründe, warum die Kernenergie so günstig ist, erkläre, ist das doch wohl so Detailreich, wie es weiter fast nicht sein kann, oder „Kleines Teilchen“ (rhetorische Frage)?

          Und weiter wäre es schön, wenn Du Wörter ausschreiben würdest. Die meisten hier sind nicht mit politischer Dialektik und deren Kurzschreibweisen wie „KK, FV, EE, UU, ÄÄ, HH, TuTu, haha, NägNäg,…“ vertraut, daher benutze doch bitte den vollen Umfang unserer Sprache.

          Ich gehe mal davon aus, dass Du mit „KK“ die Kernkraft meinst. Es freut mich, dass zu lesen. Denn es ist physikalisch total unsinnig von „Atomenergie“ zu sprechen da alles aus Atomen und deren Reaktionen besteht. Als Beispiel sei hier mal die Atom-Hüllen-Fusion von Kohlenstoff mit Sauerstoff zu CO2 (Kohle-Verbrennung) oder der atomistischen Photoeffekt der Photovoltaik genannt. Daher sind natürlich Vokabeln wie „Atom“-Bomben oder Internationale-„Atom“-Energie-Organisation (IAEO) physikalisch unsinnig und entsprangen wohl eher naturwissenschaftlich ungebildeten Politikern oder Geisteswissenschaftlern. Aber das nur am Rande. Wehe dem, jemand kann nicht richtig Goethe zitieren oder jemand zählt die BRD-Kanzler/-Präsidenten falsch auf, dann ist das Geschrei unsere linientreuen Medienschaft groß :-).

          So, nun zu Deiner „unethischen“ Erkenntnis ***„wo das endet, sieht man an frankreich, die schon mal im winter oder heissem sommer strom aus D beziehen müssen“***:

          Die BRD hat ebenfalls schon immer Strom aus Frankreich bezogen, nämlich hauptsächlich im Sommer oder wie es 2011 war, nach der KKW-Abschaltung. Das trifft übrigens auf all unsere Staats-Nachbarn zu. Aus genau diesem technischen Grund zieht man am Ende eines Jahres Bilanz, zwischen Importen und Exporten. Der Fall Frankreich ist jedoch dahingehend etwas besonderes, da in Frankreich, wie in Norwegen auch, mit Strom geheizt wird. Zum Heizen verbrennen die BRD-‚ler nahe zu 100% fossile Rohstoffe. Aus diesem Grunde ist der Französische Kraftwerkspark auch für den Sommerbedarf überdimensioniert, jedoch weil nur so die französische Winter-Heiznachfrage gedeckt werden kann. In sehr kalten Wintern importieren dann die Franzosen auch, wie 2012 geschehen (moment, kalte Winter zu Zeiten der Klima-Endzeitstimmung…).

          Hier mal ein Zitat unserer „grün – gleichgeschalteten“ Medienlandschaft:

          Quelle [http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/jahresbilanz-deutschland-vervierfacht-stromueberschuss-1.1637814] 02.04.2013 –

          „…2012 insgesamt 43,8 Terawattstunden (TWh) Strom über die europäischen Netze nach Deutschland eingeführt. Im selben Zeitraum führte Deutschland 66,6 TWh aus. Eine Terawattstunde entspricht einer Milliarde Kilowattstunden (Kwh). …“

          „… Die größten Strommengen wurden demnach aus den Nachbarländern Frankreich, Dänemark und Tschechien eingespeist. Die wichtigsten Abnehmer für Strom aus Deutschland seien die Niederlande, Österreich und die Schweiz gewesen. Deutschland exportierte im vergangenen Jahr damit 22,8 TWh Strom mehr als es importierte. …“

          „…Der Wert der Stromausfuhren betrug 3,7 Milliarden Euro, die Einfuhrwerte lagen bei 2,3 Milliarden Euro. …“

          Ahh haaa, dann rechnen wir mal, leider wieder mit Zahlen, ich bin untröstlich 🙁

          Import-Kosten pro TWh = 2,3 Mill Euro / 43,8 TWh = 0,0525 Mill. Euro pro TWh
          Export-Kosten pro TWh = 3,7 Mill Euro /66,6 TWh = 0,0555 Mill. Euro pro TWh

          Also sind die Kosten pro TWh import/export fast gleich. Jedoch sind die Erzeugungskosten alles andere als gleich. Die BRD-Kosten der politisch „erneuerbaren“ Energie sind per Energie-Einspeise-Gesetz EEG staatlich fest gesetzt und per Prinzip zu zahlen, auch wenn physikalisch kein Strom aus diesen Quellen fließt, da sie aus Netzstabilitätsgründen nicht geschaltet sind.

          Die Kosten für den Strom-Export ins Ausland werden an den Strombörsen durch Angebot und Nachfrage bestimmt. So kommt es sehr häufig vor, dass die Export-Preise für Strom weit unter den staatlich vorgeschriebenen/ garantierten Preisen der politisch „erneuerbaren“ nach EEG liegen. Somit zahlt real nicht das Ausland den Strom-Preis (hier also die 0,05555 Mill. Euro pro TWh) sondern der BRD-ler über die staatlichen EEG-Stromabgaben.

          Als Spezial-Fall kommt es sogar dazu, dass Strom ans Ausland verschenkt oder zu negativen Strompreisen „verkauft“ wird. Also man zahlt real sogar noch drauf für die Abnahme ins Ausland. Somit bleibt der BRD’ler voll und ganz auf den Kosten für den Export der politisch „erneuerbaren“ sitzen und zahlt nochmal drauf. Und das Ausland lacht sich ins Fäustchen, sie können damit kostengünstig ihre Pumpspeicher „aufladen“ oder ihre Warmwasserboiler heizen, alles auf Kosten des BRD-Stromzahlers. Alles im Sinne der BRD-Politiker.

          Die BRD hingegen importiert grundlastfähig, stetigien Strom, wenn unsere politisch „erneuerbare“ Energie keine Leistung ins Netz einspeist, da kein Wind oder keine Sonne. Dann muss das Netz voll und ganz „klassisch“ betrieben werden. Diese „klassischen“ Kapazitäten müssen jedoch vorgehalten, im Bereitschaftsmodus gefahren und bezahlt werden. Das ganze ist bei dem ständigen An – Aus und Negativpreisen nicht mehr rentabel, so dass sogar staatseigene Stadt-Werke ihren „klassischen“ Kraftwerkspark nicht mehr finazieren wollen und daher am liebsten abschalten würden. http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/energiewende-stromkonzerne-wollen-kraftwerke-abschalten/8503020.html

          Und wo kommt dann der Strom her, wenn es nicht windet und keine Sonne scheint? Man kann sich mal über die real eingespeiste Leistung der politisch „erneuerbaren“ Energie informieren, von den theoretisch ca. 30 GW installierter Leistung. Auch ruhig mal ein par Tage zurück lättern 🙂 http://www.transparency.eex.com/de/daten_uebertragungsnetzbetreiber/stromerzeugung/tatsaechliche-produktion-wind

          http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/negative-strompreise-verbraucher-zahlen-fuer-ueberangebot-an-oeko-strom-1899548.html

          http://www.eike-klima-energie.eu/climategate-anzeige/deutschlands-ueberschuss-beim-stromexport-wir-exportieren-uns-arm/

          Hier mal ein schönes Zitat :-):

          „Obwohl in Deutschland seit 2000 etwa 400 Milliarden € in den Ausbau der ‘Erneuerbaren’ gesteckt wurde (Die europäische Bankenrettung hat dagegen bisher nur zu Bürgschaften in Höhe von 89 Milliarden geführt), ist der CO2-Ausstoß in Deutschland mit über 600 Gramm CO2/kWh zehnmal so hoch wie in Frankreich, das seinen Strom überwiegend mit Kernkraftwerken erzeugt – zum halben Preis wie in Deutschland.“ [http://www.science-skeptical.de/klimawandel/der-grune-energiefahrplan-gegen-die-wand/0010515/]

          Man verstehe mich richtig, ich will hier NICHT das BRD-CO2-Endzeitszenario bekräftigen, nur die Realität mit den Aussagen der Politiker abgleichen.

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